Metastasen bei Brustkrebs

Wenn sich Tumorzellen in Knochen oder Organe wie Lunge, Leber oder Gehirn absiedeln, sprechen Mediziner von Metastasen. Sie können bei einer Ersterkrankung oder bei wiederkehrendem Brustkrebs auftreten. Am häufigsten bilden sich bei Brustkrebs Knochenmetastasen.

Was sind Metastasen?

Das Wort Metastase leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet „Übersiedlung“ oder „Wanderung“. Metastasen stammen vom Tumorgewebe ihres ursprünglichen Tumorgewebes ab. Sie lösen sich aus dem Zellverbund und dringen über Blut- oder Lymphbahnen in andere Strukturen ein. Brustkrebs Metastasen sind Tumorzellen, die häufig die biologischen Eigenschaften von Brustkrebszellen aufweisen, auch wenn sie an anderer Stelle auftreten.

Metastasierter Brustkrebs

Die Wahrscheinlichkeit von Metastasen-Bildung bei Brustkrebs beträgt etwa 25 Prozent. Sobald Metastasen bei Brustkrebs vorliegen, spricht der Mediziner auch von „metastasiertem Brustkrebs“. Häufig bilden sich die Absiedlungen in den Knochen, aber auch andere Organe (wie z. B. Haut, Leber, Hirn, Lunge) können betroffen sein. Am deutlichsten äußern sich Metastasen durch Schmerzen in den betroffenen Körperbereichen. Brustkrebs mit Metastasen kann sich jedoch durch viele unterschiedliche Symptome äußern. So machen sich Metastasen in der Lunge oft durch Atemnot oder Husten bemerkbar; Metastasen im Gehirn je nach betroffenem Areal durch Kopfschmerzen oder Funktionseinschränkungen.

Was sind Knochenmetastasen?

Knochenmetastasen treten meist im Bereich der Wirbelsäule auf. Als stärkste Symptome gelten Schmerzen im Achsenskelett. Metastasen in den Knochen können sich aber auch in Form von Knochenbrüchen zeigen, für die es keine Erklärung wie einen Sturz oder einen Unfall gibt. Denn durch die Metastasen kann es zu einer Instabilität der Knochen kommen. In puncto Häufigkeit kommt es bei Brustkrebspatientinnen noch vor Leber- oder Lungenmetastasen zu Knochenmetastasen. Metastasen in den Knochen werden als sehr belastend empfunden und können die Lebensqualität stark einschränken. Gleichzeitig lassen sie sich aber durch moderne Therapien medikamentös gut behandeln.

Metastasen bei der Ersterkrankung

Manchmal wird Brustkrebs erst dann diagnostiziert, wenn sich bereits Metastasen gebildet haben. Etwa drei Prozent aller Brustkrebs-Patientinnen haben schon bei der Ersterkrankung Metastasen. Für diese Form der Erkrankung gelten dieselben Behandlungsempfehlungen wie für metastasierten Brustkrebs bei einem Rückfall (Rezidiv). Es spielt für die Therapie keine Rolle, ob Metastasen bei der Primärerkrankung oder beim Rezidiv festgestellt wurden.

Diagnose: Wie werden Metastasen festgestellt?

Frauen, die bereits einmal an Brustkrebs erkrankt waren, werden sehr genau auf die Anzeichen ihres Körpers achten. In den regelmäßig vereinbarten Nachsorgeuntersuchungen wird der Arzt gemeinsam mit der Patientin auf Symptome achten. Neben Schmerzen können sich Metastasen auch durch Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Erbrechen oder Hautausschlag äußern. Letztlich feststellen lassen sich Metastasen aber nur durch medizinische Untersuchungen. Bei einem Verdacht sollten Betroffene ihre Symptome daher unbedingt von einem Arzt abklären lassen. Dieser kann ihnen erklären, mit welcher Diagnosemethode der Metastasen in ihrem Fall feststellen und welche Therapieempfehlung er geben kann.

Besteht bei Brustkrebs der Verdacht auf Metastasen, werden zunächst immer die brustnahen Lymphknoten untersucht. Sind diese befallen, ist auch eine Ausdehnung in andere Gewebe möglich. Nach Möglichkeit wird ebenfalls eine Biopsie der Metastase durchgeführt, um ihre genaue Tumorbiologie festzustellen.

Zudem kommen – je nach Lage und Ausbreitung der Metastasen – verschiedene bildgebende Verfahren in Betracht. Diese Methoden stehen Ihrem behandelnden Arzt zur Verfügung:

Ultraschall

Über eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) können Metastasen in Lymphknoten oder im Bauchraum und den inneren Organen sichtbar gemacht werden.

Röntgen

Vor allem zur Darstellung der Lunge werden Röntgenbilder des Brustkorbs (Thorax) angefertigt.

Computertomografie (CT)

Eine Computertomografie ermöglicht Aufnahmen des gesamten Körpers. Einzelne Schichten des Körpers werden so gut dargestellt.

Magnetresonanztomografie (MRT)

Mithilfe eines Magnetfeldes zeigt die MRT-Untersuchung die verschiedenen Gewebe des Körpers. Statt Strahlen nutzt sie hierfür Magnetwellen.

Skelettszintigrafie

Mit dieser Technik werden Metastasen in den Knochen erkannt. Durch die Gabe eines Kontrastmittels lassen sich Veränderungen im Knochengewebe erkennen.

Behandlung von Metastasen

Durch moderne Therapien können Metastasen bei Brustkrebs und die Beschwerden der Patientinnen oft viele Jahre kontrolliert werden. Die Behandlung von Metastasen hat zum Ziel, deren Ausbreitung zu kontrollieren und die Lebensqualität einer Patientin so lange wie möglich zu erhalten.

Wichtig ist im metastasierten Stadium, die Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten. Bei jeder neuen Therapie müssen Wirksamkeit und Verträglichkeit gut abgewogen werden. Deshalb werden häufig verträglichere Therapien gewählt. Zusammen mit dem Arzt besprechen Sie, ob in Ihrem Fall eine operative Entfernung der Metastasen oder eine Bestrahlung möglich ist oder ob systemische Therapien wie Chemotherapie oder Antihormontherapie notwendig sind. Ergänzend dazu können einzelne Metastasen gezielt mit weiteren Maßnahmen behandelt werden, die die Haupttherapie unterstützen: Die Behandlung von Knochenmetastasen bei Brustkrebs erfolgt in der Regel mit Bisphosphonaten oder Antikörpern.

Ist Brustkrebs mit Metastasen heilbar?

Sobald Metastasen vorliegen, sprechen Mediziner nicht mehr von Heilung. Auch wenn Betroffene durchaus noch viele Jahre ein gutes und selbstbestimmtes Leben führen können, gilt Brustkrebs mit Metastasen als nicht mehr heilbar und vielmehr als chronisch. Patientinnen mit Metastasen müssen ihr Leben lang medikamentös behandelt werden, um die Ausbreitung der Tumorzellen zu kontrollieren. Dennoch können Metastasen heutzutage oft gut kontrolliert werden. Betroffene können durchaus bei guter körperlicher Verfassung sein und lange Zeit ein aktives Leben führen.

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