Angiogenesehemmer bei Brustkrebs

Was ist Angiogenese? Der Begriff bezeichnet die Bildung neuer Blutgefäße. Diesen wichtigen natürlichen Vorgang gibt es auch bei Krebszellen. Bei manchen Brustkrebsarten ist es wichtig, die Blutgefäßbildung der Tumorzellen zu unterbinden – durch Antiangionese. 

Alle Zellen im menschlichen Körper benötigen Sauerstoff und Nährstoffe. Diese erhalten sie über die Blutbahnen. Ab einer bestimmten Größe benötigt auch ein Tumor eigene Blutgefäße, um sich ausreichend versorgen zu können. Hierfür bildet er sogenannte Wachstumsfaktoren. Diese funktionieren wie ein Signal zur Bildung neuer Blutgefäße.

Der Wachstumsfaktor VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) ist dabei entscheidend. Empfängt ein Blutgefäß das VEGF-Signal, werden weitere Blutgefäße in die Richtung des Signals ausgebildet. Angiogenese bei Brustkrebs, wie bei allen Krebserkrankungen auch, funktioniert demnach wie ein ausgeklügeltes Funksystem: Der Tumor sendet das Signal aus, dass seine Blutversorgung ausgebaut werden muss und die umliegenden Blutgefäße erwidern dieses Signal mit einer Art „Streckenausbau“. So wird der Tumor immer besser versorgt und kann sich weiter ausdehnen. Dieser Prozess heißt Tumorangiogenese

Was versteht man unter Angiogenese?

Das Wort „Angiogenese“ setzt sich zusammen aus den griechischen Wörtern für „Gefäß“ und „Entstehung“ und meint die Bildung neuer Blutgefäße; im engeren Sinne die Abspaltung neuer von bereits bestehenden anderen Blutgefäßen. Dieser Vorgang ist zum Beispiel wichtig für die Wundheilung. Die griechische Vorsilbe „Anti-“ heißt auf Deutsch „gegen“. Bei der Antiangiogenese wird der Prozess der Angiogenese also umgekehrt. Die Blutversorgung wird nicht ausgebaut, sondern aufgehalten oder abgebrochen. 

Normalität während der Therapie erleben – Angelika, Diagnose 2011

Die Therapie der Antiangiogenese

Die wichtigste Therapie, um bei Brustkrebs die Angiogenese der Tumorzellen zu stoppen, erfolgt über sogenannte Angiogenesehemmer. Diese Angiogenesehemmer sind speziell für diesen Prozess entwickelte Antikörper. Sie fangen das vom Tumor gebildete VEGF-Signal ab und blockieren somit die Blutgefäßneubildung. Bereits bestehende Blutgefäße an den Tumorzellen bilden sich zurück. Dieser Mechanismus wird auch als „Aushungern“ des Tumors bezeichnet.

Die Therapie der Antiangiogenese erfolgt meist in Kombination mit einer Chemotherapie. Dadurch wird der Tumor von zwei Seiten angegriffen: Die Chemotherapie zerstört die sich teilenden Tumorzellen, der Angiogenesehemmer blockiert die Blutversorgung des Tumors.

Die Kombinationstherapie wird alle zwei bis drei Wochen als Infusion verabreicht. Bei manchen Patientinnen kann es während der Behandlung zu einem Blutdruckanstieg kommen, weshalb der Blutdruck regelmäßig überwacht werden muss. Auch Nasenbluten kann als Begleiterscheinung auftreten. Eine Therapie mit Angiogenesehemmern wird daher immer ärztlich überwacht. 

Zielgerichtete Therapie - Wirkweise der Antiangiogenese
Wirkweise der Antiangiogenese