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Gemeinsame Therapieplanung nach der Diagnose Brustkrebs

Nach der Diagnose geht es darum, die individuell richtige Therapie zu finden. Die Entscheidung über die Behandlung treffen Patientin und Arzt gemeinsam. Die Biopsie des Tumors liefert wichtige Informationen für die Wahl einer geeigneten Therapie.

Die TNM-Klassifizierung

Prognose und Therapie bei Brustkrebs sind abhängig vom Stadium der Erkrankung. Dabei ergibt sich das Stadium aus dem Ausbreitungsgrad, der anhand der TNM-Klassifizierung eingeteilt wird, und dem Vorliegen von Risikofaktoren.

(T = Tumorgröße, N = Lymphknotenstatus, M = Vorliegen oder Nicht-Vorliegen von Metastasen)

Die Therapieplanung richtet sich unter anderem nach dem Stadium der Erkrankung. Die Stadieneinteilung vieler Krebserkrankungen erfolgt über die sogenannte TNM-Klassifizierung. Der hierbei ermittelte Ausbreitungs- und Differenzierungsgrad und eventuell vorliegende Risikofaktoren ergeben das Stadium der Erkrankung. Die TNM-Klassifikation erfolgt anhand der Ergebnisse der Biopsie und der Operation.

Infotabelle - Stadieneinteilung von Brustkrebs
Die Stadieneinteilung entscheidet über Therapie
Menopausenstatus

Der Menopausenstatus gibt an, ob eine Frau noch ihre monatliche Regelblutung hat, in den Wechseljahren ist oder die Wechseljahre bereits vorbei sind. Im Fall von hormonabhängigem Brustkrebs ist dieser ein entscheidender Faktor für die Wahl einer geeigneten Antihormontherapie.

Für die Therapieplanung sind zudem die Krankengeschichte und der aktuelle Gesundheitszustand von Bedeutung. Fragen wie „Handelt es sich um eine Ersterkrankung oder um ein Rezidiv?“, „Welche Therapie war bei der Ersterkrankung erfolgreich?“, „Liegen andere Erkrankungen vor?“ werden bei der Therapiegestaltung berücksichtigt.

Weitere wichtige Faktoren neben dem Alter und dem Menopausenstatus sind zudem der Hormonrezeptor- und der HER2-Rezeptorstatus.

Zudem sollten sich vor allem junge Patientinnen bereits vor Beginn der Therapieplanung die Frage stellen, ob sie später noch Kinder bekommen möchten. Die Brustkrebstherapie kann dazu führen, dass eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege nicht mehr möglich ist. Es gibt verschiedene Vorsorgemaßnahmen, die getroffen werden können. Weitere Informationen finden Sie unter Partner und Angehörige.

Bei der Gestaltung einer individuellen Therapie müssen zudem die Heilungschancen und Nebenwirkungsrisiken gegeneinander abgewogen werden.

Lassen Sie sich Zeit!

Die Diagnose steht fest und nun liegen viele wichtige Entscheidungen vor Ihnen. Brustkrebs ist jedoch meistens kein medizinischer Notfall. Nehmen Sie sich also die Zeit und informieren Sie sich über Behandlungsmöglichkeiten. Ihr Arzt wird Sie bei den folgenden Schritten begleiten. Falls Sie unsicher sind, holen Sie auch eine Zweitmeinung ein.

Was ist die für mich richtige Therapie? – Alexandra, Diagnose 2011

Nachdem alle Voruntersuchungen abgeschlossen sind und die Diagnose Brustkrebs feststeht, müssen Betroffene wichtige Entscheidungen über das weitere Vorgehen treffen. Dies stellt sie vor eine große Herausforderung. Wichtigster Ansprechpartner ist für die meisten Frauen in dieser Zeit der niedergelassene Frauenarzt. Er kann auch dabei helfen, die richtige Klinik zu finden. Infrage kommen dabei Kliniken, die über ausreichend Erfahrung verfügen und in denen die Fachbereiche Diagnostik, Therapie und Nachsorge vertreten sind. Ziel ist eine höchstmögliche Qualität der Therapie. Diese finden Betroffene beispielsweise in zertifizierten Brustzentren. Ein Brustzentrum kann eine Abteilung einer Klinik oder ein Zusammenschluss verschiedener Kliniken, Fachärzte und Mammografie-Screening-Zentren sein. Um als zertifiziertes Brustzentrum ausgewiesen zu werden, müssen verschiedene Auflagen erfüllt werden. Darüber hinaus gibt es auch Onkologische Zentren, die diese Vorgaben nicht nur für Brustkrebs erfüllen, sondern auch für andere Tumorerkrankungen. Onkologische Spitzenzentren sind zudem aktiv an der Erforschung neuer Behandlungsmethoden beteiligt.

Zertifiziertes Brustzentrum

Der Begriff „Brustzentrum“ ist nicht geschützt und kann von jeder Klinik, unabhängig von der Qualität der Behandlung, genutzt werden. Um als zertifiziertes Brustzentrum zu gelten, müssen nach Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS) folgende Auflagen erfüllt werden (Stand 2014):

  • Mindestens 150 Brustkrebs-Neuerkrankungen werden jährlich in der Klinik behandelt.
  • Jeder Operateur muss mindestens 50 Brustoperationen pro Jahr durchführen. Dabei müssen mindestens 50 Prozent der Operationen brusterhaltend durchgeführt werden.
  • In jedem Fachgebiet muss mindestens ein Facharzt mit ausreichend Erfahrung arbeiten.
  • Es müssen regelmäßig interdisziplinäre Tumorkonferenzen durchgeführt werden.
  • Den Patientinnen muss der Zugang zu Studien möglich sein.
  • Vor Ort muss ebenfalls Zugang zu psychoonkologischer Betreuung, einem Sozialarbeiter und zu Selbsthilfegruppen gegeben sein.

Der Rahmen für eine geeignete Brustkrebsbehandlung wird durch sogenannte Leitlinien vorgegeben. Diese wurden von Experten deutschsprachiger und internationaler Fachgesellschaften auf Basis wissenschaftlicher Daten entwickelt. Sie werden kontinuierlich aktualisiert und ergänzt. Die Leitlinie für Ärzte wurde auch für Patienten verständlich zur Verfügung gestellt. Mehr Informationen zu aktuellen Patientenleitlinien unter www.leitlinienprogramm-onkologie.de

Zertifizierte Zentren verpflichten sich zur Durchführung regelmäßiger Tumorkonferenzen. Die behandelnden Ärzte treffen sich mit dem onkologischen Fachpersonal sowie Psychologen, Physiotherapeuten und Palliativmedizinern. Der medizinische Zustand und die Behandlungsmöglichkeiten jedes einzelnen Patienten werden im Rahmen dieser Konferenz besprochen und eine Therapie empfohlen. Im Anschluss wird die Patientin über diese Empfehlung von ihren Behandlern aufgeklärt.

Selbstbestimmte Entscheidung - Frauen mit Brustkrebs
Selbstbestimmte Entscheidung

Ihre behandelnden Ärzte können Ihnen eine Empfehlung für die aus medizinischer Sicht beste Therapie aussprechen. Wichtig ist, dass Sie als Patientin von der Behandlung überzeugt sind und die Entscheidung aktiv mittreffen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt Ihre Therapiemöglichkeiten und stellen Sie ihm Fragen, wenn Ihnen nicht alles klar ist.

Zudem führen zertifizierte Zentren Studien durch. Dabei werden neue Therapieansätze hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Unbedenklichkeit getestet. Diese Studien lassen sich in drei Phasen unterteilen:

Phase-I-Studien dienen der Erforschung der Verträglichkeit des Wirkstoffs und dessen Aufnahme und Wirkweise im Körper. An Phase-I-Studien nimmt nur eine geringe Anzahl von Teilnehmern teil, üblicherweise sechs bis zehn in der Regel gesunde Probanden. Jedoch können auch schwerkranke Patienten, denen keine weiteren Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen, an Phase-I-Studien teilnehmen.

Konnten in Phase I keine Unverträglichkeiten festgestellt werden, wird das Prüfmedikament in Phase-II-Studien getestet. Hier wird untersucht, ob das Medikament bei der Behandlung einer bestimmten Krankheit wirksam ist. Dies wird an einer größeren Anzahl von Teilnehmern (ca. 20 – 300) getestet. Zudem werden Phase-II-Studien oft eingesetzt, um festzustellen, ob verschiedene Dosierungen der Behandlung unterschiedliche Wirkungen hervorrufen.

In Phase-III-Studien soll die Sicherheit und Wirksamkeit eines Prüfmedikaments bestätigt werden. Je nach Erkrankung nehmen eine große Anzahl von Patienten (ca. 300 – 3000) an diesen Studien teil. Aufgrund der Informationen aus Phase-III-Studien wird festgelegt, wie das Medikament künftigen Patienten am besten verordnet werden kann. Ziel dieser Studien ist die Zulassung des getesteten Präparats.

Auch Brustkrebspatientinnen können an Studien teilnehmen. Ob und welche Studien Patientinnen angeboten werden können, entscheidet der behandelnde Arzt. Hierbei spielen Faktoren wie die Art des Tumors, begleitende Erkrankungen und das Alter eine Rolle. Wenn alle Voraussetzungen für eine bestimmte Studie erfüllt sind, entscheidet letztendlich die Patientin, ob sie an der angegebenen Studie teilnehmen möchte.

Grundsätzlich unterscheidet man in der klinischen Forschung interventionelle Studien (auch klinische Studien) und nicht-interventionelle Studien (NIS). Bei klinischen Studien erhalten ausgewählte Patientinnen ein Arzneimittel in einer ganz bestimmten Dosierung oder Kombination. Diese neue Art der Behandlung wird mit einer bereits etablierten Behandlung verglichen und erfolgt nach einem genau festgelegten Prüfplan. Patientinnen können hier von einer besonders intensiven und engmaschigen Untersuchung profitieren und erhalten Zugang zu Therapien, die dem neuesten Forschungsstand entsprechen. Bei nicht-interventionellen Studien hingegen erhalten Teilnehmerinnen bereits klinisch erprobte und auf dem Markt befindliche Medikamente. Die Ergebnisse klinischer Studien sollen hier bestätigt und die Therapie in die Routinebehandlung integriert werden. Welche Studien sich eignen, muss immer individuell und in Absprache mit dem Arzt geklärt werden. Das Leitlinienprogramm der Deutschen Krebsgesellschaft legt ausdrücklich fest, dass Patienten, die nicht an einer Studie teilnehmen, qualitativ ebenso gut behandelt werden wie Studienteilnehmer.

Teilnahme an klinischen Studien
Wer kann an einer klinischen Studie teilnehmen?

Im Gespräch mit dem Arzt können Sie mehr über für Sie relevante klinische Studien erfahren. Fragen Sie, ob in Ihrem konkreten Fall eine Teilnahme möglich ist. Bevor Sie an einer Studie teilnehmen können, müssen Sie von Ihrem Arzt hinreichend aufgeklärt worden sein. Nur Sie alleine treffen die Entscheidung, ob Sie an einer klinischen Studie teilnehmen.

Aktuelle klinische Studien der Roche Pharma AG zu Brustkrebs in Deutschland und Informationen zur Teilnahme finden Sie unter: www.pioneeringhealthcare.com/de/trials/breast-cancer-de/73/kate2-de/.