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Brustkrebs - Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursache für die Entwicklung bösartiger Tumoren liegt immer im veränderten Erbgut einer Zelle. Im Laufe eines Lebens ist unser Erbgut vielen inneren (endogenen) und äußeren (exogenen) Einflüssen ausgesetzt. Eine Veränderung kann dazu führen, dass eine Zelle ihre natürliche Teilungskontrolle verliert und sich ungehindert vermehren kann.

Bei der normalen Zellteilung im Körper passieren jeden Tag viele tausend Fehler, die durch einen körpereigenen Schutzmechanismus repariert werden. Funktioniert dieser jedoch nicht richtig oder entstehen zu viele Fehler, sterben diese Zellen normalerweise ab. In seltenen Fällen sterben die Zellen nicht und entwickeln sich zu Krebszellen. Die Krebszellen geben dann die Fehler bei jeder Teilung an ihre Tochterzellen weiter. Diese Fehler treten auch in Genen auf, die die Zellteilung steuern und kontrollieren. Die betroffene Zelle gerät dann außer Kontrolle und beginnt, sich unbegrenzt zu vermehren. Diese Zellen bilden infolgedessen eine Geschwulst, welche auch als Tumor bezeichnet wird. 

Infografik - Die Zellteilung: Von gesunder Zelle zu Krebszelle
Die Zellteilung: Von gesunder Zelle zu Krebszelle
Krebs bekommen immer die anderen – Alexandra, Diagnose 2011

Es gibt viele Faktoren, die mit dem Entstehen von Brustkrebszellen in Verbindung gebracht werden. Einige davon können wir durch unsere Lebensweise beeinflussen, andere nicht. Ein wichtiger Faktor ist das Geschlechtshormon Östrogen. 80 Prozent aller Brustkrebszellen reagieren auf Östrogen mit einem erhöhten Wachstum (hormonabhängiger bzw. hormonrezeptorpositiver Brustkrebs). Besteht unsere Ernährung aus zu vielen tierischen Fetten und zuckerhaltigen Lebensmitteln oder leiden wir unter Bewegungsmangel, verursacht dies häufig Übergewicht und erhöhte Insulinwerte. Diese wiederum lassen den Östrogenspiegel ansteigen und hormonabhängigen Brustkrebs wachsen. Deshalb empfehlen Ärzte eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung und ausreichend Bewegung. 

Brustkrebs - Aktiv Vorbeugen durch Bewegung
Aktiv Vorbeugen durch Bewegung 

Laut einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) kann moderate körperliche Bewegung das Brustkrebsrisiko senken. Besonders Fahrradfahren wirkt sich positiv aus: Wer mehr als drei Stunden pro Woche bei mäßigem Tempo das Fahrrad nutzt, kann sein Brustkrebsrisiko um rund 30 Prozent senken. Eine aktive Lebensweise mit regelmäßiger Bewegung stärkt das Immunsystem am besten und beugt Erkrankungen vor. Extreme körperliche Anstrengungen oder Hochleistungssport sind nicht notwendig.

Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum

Besonders schädlich sind Rauchen und ein vermehrter Alkoholkonsum. Rauchen wird für 25 bis 30 Prozent aller Krebstodesfälle verantwortlich gemacht. Zudem erhöht eine Frau, die täglich 0,3 Liter Wein oder 0,6 Liter Bier trinkt, langfristig ihr Brustkrebsrisiko um etwa 30 Prozent. Ein gesunder Lebensstil senkt also das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Doch eine Garantie dafür, durch genügend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung gesund zu bleiben, gibt es nicht. Ob eine Frau Brustkrebs bekommt oder nicht, lässt sich nicht vorhersagen. Generell müssen mehrere Umstände und Einflüsse zusammenkommen, damit sich eine Brustkrebserkrankung entwickelt.

Risikofaktoren für eine Erkrankung

Beeinflussbare Faktoren

  • Rauchen
  • Ungesunde Ernährung und Übergewicht
  • Diabetes mellitus (Typ 2)
  • Erhöhter Alkoholkonsum
  • Geringe Stillzeiten (freiwillige Entscheidung)
  • Umweltfaktoren (z.B. Strahlung)

Nicht beeinflussbare Faktoren

  • Früh einsetzende Menstruation (erste Periode vor dem 13. Lebensjahr)
  • Späte Menopause (Wechseljahre nach dem 52. Lebensjahr)
  • Kinderlosigkeit oder späte Geburt des ersten Kindes (Mutterschaft mit 30 Jahren und später)
  • Geringe Stillzeiten (unfreiwillige Entscheidung)
  • Allgemeines Altersrisiko (ab dem 50. Lebensjahr)
  • Eigene vorangehende Brustkrebserkrankung
  • Behandlung mit Hormonersatztherapie nach der Menopause
  • Diabetes mellitus (Typ 1)
  • Genetische Veranlagung

Genetisch bedingte Risikofaktoren

Bei fünf bis zehn Prozent aller Brustkrebserkrankungen handelt es sich um einen familiären Brustkrebs. Eine Genveränderung wird von Mutter oder Vater auf die Kinder übertragen und erhöht die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens an Brustkrebs zu erkranken. Ein genetisches Risiko kann vorliegen, wenn eine der folgenden Konstellationen in einer verwandtschaftlichen Linie, das heißt entweder väterlicher- oder mütterlicherseits, zutrifft:

  • mindestens drei Frauen sind oder waren an Brustkrebs erkrankt
    (unabhängig vom Alter)
  • mindestens zwei Frauen sind oder waren an Brustkrebs erkrankt
    (davon eine vor dem 51. Lebensjahr)
  • mindestens eine Frau ist oder war an Brustkrebs erkrankt und eine Frau an Eierstockkrebs
  • mindestens zwei Frauen sind oder waren an Eierstockkrebs erkrankt
  • mindestens eine Frau ist oder war an Brust- und Eierstockkrebs erkrankt
  • mindestens eine Frau ist oder war mit 35 Jahren oder jünger an Brustkrebs erkrankt
  • mindestens eine Frau mit 50 Jahren oder jünger ist oder war an beidseitigem Brustkrebs erkrankt
  • mindestens ein Mann ist oder war an Brustkrebs erkrankt und eine Frau an Brust- oder Eierstockkrebs

Quelle: Deutsches Konsortium für Familiären Brust- und Eierstockkrebs

Jedoch findet man nur in einem Viertel der getesteten Frauen mit diesen familiären Konstellationen tatsächlich Mutationen. Die häufigsten Genveränderungen beim familiären Brustkrebs findet man in den Genen BRCA1 und BRCA2. BRCA steht dabei für „breast cancer“, das englische Wort für Brustkrebs. Sowohl für Frauen als auch Männer steigt bei Vorliegen einer dieser Genveränderungen die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken, deutlich an (um das Zehnfache). Die Frauen sind zum Zeitpunkt ihrer Erkrankung zudem wesentlich jünger. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 40 Jahren. Sie erkranken damit durchschnittlich 20 Jahre früher, als Frauen ohne genetisches Risiko (60 Jahre). Frauen mit einem veränderten BRCA-Gen erkranken zudem häufiger an Eierstockkrebs. Hilfreiche Informationen und Adressen bei familiärem Brustkrebs finden Betroffene auf der Internetseite des deutschen Konsortiums für Familiären Brust- und Eierstockkrebs. Mehr Informationen unter www.konsortium-familiaerer-brustkrebs.de

Was tun bei familiärer Vorbelastung?

Besteht der Verdacht, dass in einer Familie ein genetisches Risiko vorliegt, an Brust- und Eierstockkrebs zu erkranken, sollte sich die Familie an ein spezialisiertes Zentrum wenden. Nach einer ausführlichen Beratung kann dort ein Gentest durchgeführt werden. Mit diesem werden Genveränderungen (Mutationen) nachgewiesen. Für den Test ist lediglich eine kleine Blutprobe erforderlich und das Ergebnis liegt nach wenigen Wochen vor. Das Ergebnis betrifft dann immer die ganze Familie, da damit auch die Kinder Träger der Mutation sein können. Entscheiden sich auch diese für einen Test und fällt dieser positiv aus, werden sie in ein intensiviertes Früherkennungsprogramm aufgenommen. Ab einem bestimmten Alter oder wenn bereits eine Brustkrebserkrankung vorliegt, kann auch die vorbeugende Entfernung der Eierstöcke erwogen werden, um das Risiko für Eierstockkrebs zu verringern. 

Brustkrebs - Infotabelle zur familiären Vorbelastung
Früherkennungsmaßnahmen bei familiärer Vorbelastung