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Bewegung und Entspannung

Meditation

Körperlich oder seelisch belastende Zeiten führen oft zu innerer Unruhe und Anspannung. Eine Brustkrebserkrankung ist eine Stresssituation für Körper und Geist. Es ist wichtig, mit diesem Stress umgehen zu können, denn auf Dauer kann er sich auf viele Lebensbereiche auswirken und physische wie psychische Stressreaktionen hervorrufen.

Sport ist ein gutes Mittel, um solchen Stress abzubauen. Manchmal sind es aber auch gezielte Entspannungsübungen, die uns Sorgen vergessen lassen und dabei helfen, innere und äußere Verspannungen zu lösen. Ein Vorteil: Meditationstechniken lassen sich fast immer und überall anwenden.

Meditation (lat. meditare: bedenken, sinnen) umfasst verschiedene Achtsamkeitsübungen für Ruhe und Entspannung. Meditationsübungen versuchen einen Zustand von gleichzeitigem äußeren Wachsein und innerer Entspannung herbeizuführen. In den verschiedensten Lehren und Traditionen werden unterschiedliche Techniken praktiziert, von Stille- und Ruhemeditationen, aktiven Handlungs- und Konzentrationsmeditationen oder geführten Mediationen zum Hören.

Zu den bekanntesten und ältesten Meditations- und Entspannungstechniken gehören Qigong und Tai Chi. Qigong gehört als Meditations-, Konzentrations- und Bewegungsform zur Traditionellen Chinesischen Medizin. Qigong ist ein umfassendes Muskel-, Atem- und Körperwahrnehmungstraining. Tai Chi – auch als Schattenboxen bekannt – zielt eher auf Entspannung ab, lockert Gelenke und verbessert die Körperhaltung. Die Übungen selbst bestehen aus Formen, die langsam, gleichmäßig und fließend ausgeführt werden. Die progressive Muskelentspannung und das autogene Training hingegen stammen ursprünglich aus der westlichen Welt. Ebenfalls ohne Hilfsmittel können auch diese Übungen gezielt Entspannung herbeiführen. Anspannung und Entspannung sowie Autosuggestion führen zu einer tieferen inneren Ruhe und Gelassenheit. 

Egal, mit welcher Methode Sie üben – der Lerneffekt von regelmäßiger Mediation und Entspannung ist es, einen Zustand der Ruhe zu trainieren und diesen auch in anderen Situationen herbeiführen zu können.

Brustkrebs und Meditation – Ein Erfahrungsbericht

Die Diagnose Brustkrebs traf mich 2011 mit 42 Jahren unerwartet und war ein großer Schock für mich und meine gesamte Familie. Zunächst gelähmt von der Diagnose, den anstehenden Untersuchungen und den damit einhergehenden, nie zuvor gekannten Ängsten, merkte ich jedoch ab dem Moment des Therapiebeginns eine Erleichterung darüber, dass nun endlich etwas getan wurde – gegen den ungebetenen Gast. Leider wurden 2014 diverse Knochenmetastasen an der gesamten Wirbelsäule und am Schulterblatt festgestellt, und eine erneute Therapie war notwendig, die mich zur Dauerpatientin werden ließ. Die mit den Metastasen aufkommenden Ängste waren rückwirkend betrachtet zwar nicht mehr so schockierend wie bei meiner Erstdiagnose aber gleichzeitig doch sehr viel elementarer. Es war klar, ich würde nicht in die Kategorie der vom Brustkrebs geheilten Patienten aufgenommen werden.

Stefanie Ebenfeld

Stefanie Ebenfeld unterrichtet verschiedene Yogakurse in Frankfurt am Main und in Offenbach. 2011 erkrankte sie selbst an Brustkrebs. Yoga, aber auch Meditation und Entspannungstechniken halfen ihr bei der Bewältigung der Erkrankung. Ihre Erfahrungen gibt sie heute in ihren Yogaklassen weiter.

Häufig stelle ich mir selbst die Frage und höre sie auch von anderen: „Wie schaffe ich es, trotz der Diagnose so positiv zu bleiben?“ Und ich bin mir sicher, dass die tägliche Meditation einen guten Teil dazu beiträgt. Neben Joggen und Yoga meditiere ich regelmäßig und kann es als Yoga- und Meditationslehrerin unbedingt empfehlen.

Was aber macht die Meditation so besonders hilfreich? Während der Meditation ziehen wir unsere Sinne zurück von allen äußeren Eindrücken und Geräuschen und versuchen, uns zunächst auf unseren Körper zu fokussieren. Wir nehmen den Körper bewusst wahr, spüren in ihn hinein, um im Anschluss unsere Aufmerksamkeit auf unseren natürlichen Atemfluss zu lenken. Den Atem, so wie er natürlich kommt und geht, einfach nur zu beobachten, hat eine sehr beruhigende Wirkung auf unseren Geist – auf unsere Gedanken. Natürlich kommen auch häufig während der Meditation alle möglichen Gedanken auf – doch die Meditation selbst lehrt uns, diese Gedanken zu erkennen und sie in dem Moment auch wieder loszulassen, also ihnen nicht weiter nachzuhängen. So kehren wir immer wieder zur Beobachtung des Atems zurück und sind im Hier und Jetzt, achtsam und bewusst.

„Während der Meditation ziehen wir unsere Sinne zurück von allen äußeren Eindrücken und Geräuschen und versuchen, uns zunächst auf unseren Körper zu fokussieren.“

Gerade als Brustkrebspatientin kennt man diverse Ängste, z. B. vor anstehenden Untersuchungen, vor Therapien, Angst vor Metastasen, Zukunftsängste, Angst vor Schmerzen und Leiden, Angst vor dem Tod und viele mehr. Natürlich kenne ich all diese Ängste auch! Doch wie können wir es verhindern, von der Angst aufgefressen zu werden und immer noch aktiv und positiv am Leben teilhaben? Wenn wir diese Ängste einmal betrachten, so stellen wir fest, dass sie ganz häufig nichts mit dem Hier und Jetzt zu tun haben, sondern in die Zukunft gerichtet sind und eventuell eintretende Möglichkeiten schon einmal in Betracht ziehen. Das Gedankenkarussell dreht sich munter. Doch macht das Sinn für den Moment, in dem wir leben? Ich denke nein und es macht mein Leben heute auch nicht besser und glücklicher, mir alle möglichen Schreckensbilder schon jetzt vorzustellen. Die Meditation ist für mich ein Vehikel, um über die Achtsamkeit zur Ruhe zu kommen und mein seelisches Gleichgewicht zu halten – im Hier und Jetzt.

Stefanie Ebenfeld beim Meditieren
Stefanie Ebenfeld beim Meditieren

Es gibt verschiedene Arten zu meditieren, z. B. im Liegen, im Sitzen, im Gehen. Die Meditation kann auf unterschiedliche Themen fokussiert sein wie z. B. Bodyscan, Chakrameditation, Metta-Meditation, Angstbewältigung, Entspannung, Heilung, Atmung und viele mehr. Ich denke, es ist für den interessierten Anfänger sicher eine gute Idee, sich über Youtube einmal verschiedene, angeleitete Meditationen anzuhören, mit einem Buch bzw. einer CD zu arbeiten oder auch direkt angeleitet durch einen Meditationslehrer zu meditieren. Das Wunderbare an einer regelmäßigen Meditationspraxis ist, dass man generell ruhiger, entspannter und weniger ängstlich ist. Mit etwas Übung kann man die Meditation jederzeit einsetzen, z. B. bei einer unangenehmen Untersuchungssituationen wie im CT.

„Die Meditation ist für mich ein Vehikel, um über die Achtsamkeit zur Ruhe zu kommen und mein seelisches Gleichgewicht zu halten – im Hier und Jetzt.“

Ich persönlich liebe auch eine Heilmeditation, um meine Selbstheilungskräfte zu stärken. Dazu nutze ich das Mantra: „Ich bin gesund, gesund, gesund!“ Ich würde mich freuen, wenn auch andere Brustkrebspatientinnen diesen Meditationsweg für sich entdecken und so ihren Ängsten die Stirn bieten können.

Meditation mit Stefanie Ebenfeld

Unter dem Motto "Meditation is Medicine for the Soul" finden Sie hier hilfreiche Meditationsübungen zur Entspannung.

Atemmeditation

Diese Atemmeditation soll dich dabei unterstützen, zur Ruhe zu kommen und dein Gedankenkarussell zu unterbrechen, indem deine Achtsamkeit und deine Beobachtung auf deinen natürlichen Atemfluss gelenkt wird.

Bodyscan

Mithilfe des Bodyscans kannst du all deine Sinne und deine Achtsamkeit vom lauten Außen auf das ruhigere Innen lenken, deinen Körper wieder spüren, ihn bewusst wahrnehmen und zur Ruhe kommen.

Mettameditation

Die Mettameditation hilft uns, uns selbst gegenüber mit positiven Gedanken und mit liebevoller Güte zu begegnen – uns selbst nur das Beste zu wünschen – auch in Zeiten der Krise. Die positiven Affirmationen sollen unser Unterbewusstsein erreichen und unsere Selbstheilungskräfte aktivieren.