Smoothies für Krebspatienten

Bei einer Krebstherapie kann eine gesunde Mahlzeit durchaus in flüssiger Form genossen werden. Kalte oder lauwarme Smoothies sind eine gute Option, wenn sie reich an Vitaminen und Ballaststoffen aus Gemüse sind, neben der klassischen Suppe oder einem Eintopf.
Gerade in der Winterzeit sind die Mahlzeiten, Snacks und Süßigkeiten üppiger, fetthaltiger und schwerer verdaulich. Dies kann neben einem Unwohlsein auch zu Verstopfungen, Blähungen und Übelkeit führen. Eine gesunde, ausreichende Ernährung, die während einer Krebstherapie besonders wichtig ist, kann daher problematisch werden.

Da wäre ein Smoothie als Mahlzeitenersatz oder als Zwischenmahlzeit eine gute Ergänzung im Speiseplan, um möglichen Verdauungsstörungen entgegenzuwirken. Smoothies sind im Handumdrehen zubereitet und eignen sich auch hervorragend zum Mitnehmen.

Die Leichteren

Als Zwischenmahlzeit genossen empfiehlt sich eine Kombination aus frischem oder tiefgekühltem Gemüse und Obst mindestens im Verhältnis 1:1. Sie können mit Gewürzen und Kräutern abgerundet werden. Umso bunter die Farbauswahl der Gemüse- und Obstsorten, desto besser. Als Wintergemüse eignen sich besonders der Winterspinat und der Grünkohl, beide haben einen kräftigen Geschmack. Etwas feiner ist der Feldsalat oder Postelein (Winterportulak). Chicorée und Radicchio haben ebenfalls im Winter Hauptsaison. Sie enthalten viele Bitterstoffe, regen die Verdauung an und sind für die guten Darmbakterien ein wahres Fest.
Anschließend sollte Flüssigkeit in Form von Wasser, kalten Tees oder Pflanzendrinks hinzukommen. Zur Ballaststoffergänzung kann ½ Teelöffel gemahlene Flohsamenschalen, das entspricht einer Portion, pro 200 ml Smoothie dazugegeben werden. Der Smoothie ist so leicht verdaulich und enthält viele Vitamine und Mineralstoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Zur besseren Aufnahme der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K empfiehlt es sich einige Tropfen hochwertiges Pflanzenöl wie Raps-, Oliven-, Traubenkern- oder Leinöl dazuzugeben. Wer mag, kann auch ersatzweise einen Teelöffel Nuss- oder Mandelmus nehmen.

Die Kraftvolleren

Als Hauptmahlzeit wird das Verhältnis von Gemüse und Obst wie für die Zwischenmahlzeit angewandt. Allerdings kann die flüssige Komponente gehaltvoller und eiweißreicher sein. Neben pflanzlichen Getränken wie Kokosmilch, Hafer-, Dinkel-, Mandel-, Cashew- oder Macadamiadrink schmecken auch Kefir, Kombucha, stichfester Naturjoghurt oder Bio-Vollmilch im Smoothie. Wer es süßlicher mag, kann einen Esslöffel Trockenfrüchte wie zum Beispiel Datteln, Pflaumen, Cranberrys, Mangos oder Rosinen nehmen. Nussmuse, Maronen und Avocado geben eine cremige Konsistenz. Jeweils einen Esslöffel Hafer- oder Dinkelflocken, Lein- oder Chiasamen bringen zusätzlich gesunde Ballaststoffe und Fettsäuren in die flüssige Mahlzeit.

Wer Probleme hat sein Gewicht zu halten und eine Mangelernährung vermeiden möchte, kann zusätzlich noch 20-30 g hochwertiges Eiweißpulver untermischen oder eventuell eine hochkalorische, eiweißreiche Trinknahrung. Lassen Sie sich dazu ernährungstherapeutisch beraten.

Für Schokoladenfans reichen einige naturbelassene Kakao Nips, etwa ein Esslöffel, um den beliebten Schokogeschmack zu erhalten.

Bei den Wintergewürzen wie Ingwer, Zimt, Anis, Nelke oder Kardamom ist die Auswahl beliebig, aber die Menge und Qualität entscheidend.

 

Wechselwirkungen

Auf einige Früchte wie Grapefruit, Pomelo, Bitterorangen (synonym: Pommeranzen, Sevilla-Orangen) und Clementinen sowie auf Grüntee sollte man aufgrund möglicher Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten und Einflussnahme auf die Bioverfügbarkeit der neuen, oralen Onkologika sicherheitshalber verzichten.

Auch bei einer flüssigen Mahlzeit ist der empfohlene Abstand zur Medikamenteneinnahme sehr wichtig. Die Bioverfügbarkeit (Geschwindigkeit und Ausmaß, mit denen ein Wirkstoff aus einem Medikament in den Blutkreislauf gelangt) kann positiv oder negativ beeinflusst werden, ist wirkstoffabhängig und sollte im Einzelfall geprüft werden. Sprechen Sie dazu mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Sekundäre Pflanzenstoffe wirken im Verbund eines Lebensmittels und nicht isoliert als Nahrungsergänzungsmittel, verschiedene gesundheitsfördernde Eigenschaften werden ihnen zugeschrieben. Sie wirken möglicherweise präventiv gegen verschiedene Krebsarten und können eine Absenkung des Blutdrucks bewirken. Weiterhin entfalten sekundäre Pflanzenstoffe neurologische, entzündungshemmende und antibakterielle Wirkungen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) empfiehlt daher einen hohen Verzehr von Gemüse und Obst einschließlich Hülsenfrüchten und Nüssen sowie Vollkornprodukten, um eine gute Versorgung mit sekundären Pflanzenstoffen sicherzustellen.

Das Rezept zum Tipp:
Green-Line Smoothie

Zutaten
  • 1 kleine Avocado
  • 1/2 Bund Petersilie
  • 80 g Pastinake
  • 80 g Postelein (Salat)
  • ½ Apfel
  • 150 ml Mandelmilch
  • ½ TL Flohsamenschalen gemahlen

Schritt 1

Gemüse und Obst waschen und ggf. schälen.

Schritt 2

Die Avocado halbieren, den Kern entfernen und mit einem Esslöffel das Fruchtfleisch herauslösen.

Schritt 3

Alle Zutaten in einem  Rührbecher mit einem Stabmixer oder einer Küchenmaschine/Smoothiebereiter fein pürieren.

Schritt 4

In ein Glas oder eine kleine Flasche füllen und genießen.

Quellen

Watzl und Rechkemmer 2004, Watzl 2008, Watzl 2012 ;
Erickson et al. (Hrsg), Ernährungspraxis Onkologie, Stuttgart 2017
Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft e. V., Unterstützende Ernährungstherapie bei Krebserkrankung, Halle (Saale) 2016
Stiftung Deutsche Krebshilfe, Ernährung bei Krebs, Bonn 2017
Smollich/Podlogar, Wechselwirkungen zwischen Arzneimittel und Lebensmittel, Stuttgart 2020
Rezept erweitert nach T.Dusy, Smoothies im Winter, 2016