Fasten bei Krebstherapie - sinnvoll oder gefährlich?

Fasten werden verschiedene gesundheitsfördernde Aspekte besonders während einer Chemotherapie zugeschrieben. Was ist dran? Können Brustkrebspatientinnen profitieren?

Fördert Fasten die Verträglichkeit einer Chemotherapie?

Möglicherweise machen ein paar Fastentage vor, während und nach der Chemotherapie - sogenanntes Kurzzeitfasten - die Therapie verträglicher und lindern belastende Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Abgeschlagenheit. Der Grund für diesen Zusammenhang könnte darin liegen, dass fasten einen gewissen Schutz für gesunde Zellen während der Chemotherapie bieten kann. Tumorzellen dagegen bleiben ungeschützt. Im Tierversuch gab es erste Anzeichen für diesen Zusammenhang.
Die Studienlage, wie sich fasten beim Menschen während einer Chemotherapie auswirkt, ist noch sehr vage und bezieht sich nur auf wenige Probanden. Daher gibt aus medizinischer Sicht keine Empfehlung für ein Fasten während der Chemotherapie.

Paradoxe Wirkung des Fastens auf Krebszellen

Fasten hat auch einen Einfluss darauf, wie viel von dem Protein IGF-1 im Blut ist. IGF-1 ist ein Wachstumsfaktor, der die Vermehrung von Zellen beeinflusst. Ein hoher IGF-1-Spiegel im Blut regt Tumorzellen zu verstärktem Wachstum an. Fasten kann den IGF-1-Gehalt im Blut senken und schwächt damit theoretisch den Wachstumsreiz für die Tumorzellen.

Gleichzeitig wird durch einen niedrigen IGF-1-Gehalt im Blut ein Zellreparaturprozess angeregt: Defekte Zellen werden repariert oder zerstört.(1) Dieser Prozess ist auch wichtig bei der Krebsvermeidung.

Eine Pauschalisierung ist allerdings nicht möglich, denn paradoxerweise kann Fasten das Wachstum bestehender Krebszellen sogar anfeuern und das Tumorwachstum beschleunigen. Dabei spielt eine Rolle, um welche Krebsart es sich handelt und in welchem Stadium die Erkrankung ist. Eine allgemein gültige Aussage, wie sich Fasten auf den Krankheitsverlauf auswirkt, lässt sich zurzeit nicht treffen.

Fasten besser nur unter ärztlicher Anleitung

Wenn Sie als Krebspatientin fasten wollen, dann nur unter ärztlicher Anleitung. Am besten sprechen Sie sich auch mit Ihrem medizinischen Ernährungsberater engmaschig ab. Auf eigene Faust fasten kann für Krebspatienten gefährlich sein und sogar den Verlauf der Erkrankung negativ beeinflussen. Auch diverse Krebsdiäten sind nicht zu empfehlen.

Info

Auch bei gesunden Menschen sollte richtiges Fasten nur nach Rücksprache mit einem Arzt erfolgen.

Etwa ein Drittel der Krebspatienten ist mangelernährt. Fasten und verschiedene Diäten können den Zustand weiter verschlechtern, indem sie den Körper unnötig schwächen. Untergewicht ist für Krebspatienten tendenziell kontraproduktiv, da der Körper keine Reserven hat, auf die er zugreifen kann. Eine Krebstherapie ist immer anstrengend und der Körper benötigt alles, was ihm während dieser Zeit Kraft gibt.

Mangelernährung vermeiden

Gewichtsverlust droht Brustkrebspatientinnen vor allem bei weiter fortgeschrittenen Erkrankungsstadien. Untergewicht ist keine gute Ausgangssituation, um eine kraftraubende Therapie zu meistern. Nutzen Sie eine individuelle Beratung durch Ihren Arzt und einen Ernährungsmediziner, um Gewicht aufzubauen und einer Mangelernährung vorzubeugen. Von einer Diät raten Ärzte in diesem Fall grundsätzlich ab.
Essen ist mehr als nur Nahrungsaufnahme: Es bedeutet auch Genuss. Zusammen mit anderen macht es viel mehr Spaß, ist anregend und tut einfach gut. Keine Sorge, das muss gar nicht aufwendig sein: Verteilen Sie einfach kleine Aufgaben an die Eingeladenen. Ein gesundes und bekömmliches Rezept, das nicht viel Arbeit macht, steuern wir bei.

Gewicht halten während der Krebstherapie

Allgemein gilt: Über- oder Untergewicht beeinträchtigen das Wohlbefinden und sind auch aus medizinischer Sicht bedenklich. Viele Frauen nehmen nach einer Krebsdiagnose und -therapie zu. Die Ursachen sind unklar. Bei Brustkrebs beeinflusst der Tumor den Stoffwechsel oder das Gewicht nicht unmittelbar, aber eine ungewollte Gewichtszunahme belastet die Lebensqualität. Auch aus medizinischen Gründen kann es sinnvoll sein abzunehmen, wenn beispielsweise starkes Untergewicht vorliegt. Sehr übergewichtige Patienten sind während und nach der Therapie häufiger erschöpft und haben ein erhöhtes Risiko beispielsweise für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wenn Sie also Gewicht verlieren möchten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt und zusätzlich idealerweise mit einem Ernährungsberater. Er kann Ihnen einen individuellen Ernährungsplan zusammenstellen.

Das Rezept zum Tipp:
Fastensuppe

Zutaten
  • 2 kleine Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 mittelgroße Kartoffeln
  • 1/4 Sellerieknollen
  • 3 Möhren
  • 2 Stangen Porree
  • 1 Fenchelknolle
  • 3 L Wasser
  • 1 Zweig Liebstöckel
  • 1 Stängel Petersilie
  • 1 Stängel Thymian
  • 1 Stängel Rosmarin
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1/2 TL Wachholderbeeren

Schritt 1

Zwiebeln und Knoblauch fein schneiden. Kartoffeln und Sellerie in Würfel schneiden. Möhren, Porree, Fenchelknolle in dünne Streifen schneiden.

Schritt 2

Wasser mit dem Gemüse, den Kräutern und Gewürzen in einem großen Topf zum Kochen bringen und bei niedriger Hitze etwa 30 Minuten köcheln lassen. Je nach Geschmack das Gemüse vor dem Servieren abseihen.

Quellen

1. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27411584 Fasten und Autophage Prozesse