Porridge – in aller Munde

von Silke Zur

Haferflocken, ein Superfood? Und ob! Denn das Power-Getreide steckt voller hochwertiger Eiweiße, wichtiger Vitamine und wertvoller Ballaststoffe. Als Müsli oder Porridge garniert mit frischem Obst oder knackigen Nüssen ist Hafer ein Genuss.

Die Engländer schätzen Hafer in Form von Porridge, ein Haferbrei mit Milch oder Wasser, dem sie einen festen Platz in ihrem Frühstück reserviert haben, schon sehr lange. Hafer macht lange satt und ist der ideale Start in den Tag. Hafer ist vielseitig einsetzbar und bietet durch unterschiedliche Toppings wie frisches Obst, geröstete Nüsse und Kokosraspel zusätzlich Abwechslung.

Power-Getreide mit besten Inhaltsstoffen für die Gesundheit

Hafer enthält viel hochwertiges Eiweiß, reichlich nervenstärkendes Vitamin B1 und B6 und Vitamin K, das wichtig ist für die Blutgerinnung. Darüber hinaus ist Hafer reich an ungesättigten Fettsäuren und Ballaststoffen. Ein wichtiger Bestandteil des Hafers ist Beta-Glucanen, eine spezielle Form von Kohlenhydraten, die etwa die Hälfte des Gesamtballaststoffgehaltes im Hafer ausmachen und positive Effekte auf den Cholesterin- und den Blutzuckerspiegel haben. Als bioaktiven Pflanzenstoff enthält Hafer auch Saponine, welche die Abwehrkräfte anregen.

Wussten Sie schon?

Von allen Getreiden hat Hafer den höchsten Vitamin B1- und B6-Gehalt. B-Vitamine braucht der Körper für Gehirn, Nervensystem und Muskeln. Zudem schützen sie unsere Haut und unser Verdauungssystem.

Hafer hat ebenfalls eine lange Tradition in der Heilkunde. Schon im Altertum wurde seine beruhigende Wirkung auf die Magenschleimhaut bei Magen-Darm-Problemen geschätzt. Hafer fand ebenfalls schon früh Verwendung als Badezusatz, Wickel oder Auflage zur Wundheilung. Haferkörner sind relativ weich und lassen sich gut zu Flocken pressen und zubereiten. Aber Vorsicht vor Fertigmischungen. Sie enthalten häufig viel Zucker.

Im Trend: Overnight Oats

Haferflocken mit Joghurt, Milch, Mandelmilch, Saft, Obst und Nüssen schichten – fertig sind die trendigen Overnight Oats. Zum Süßen eignet sich Honig, Agavendicksaft oder Ahornsirup. Im Kühlschrank über Nacht quellen lassen und morgens sofort ein nahrhaftes Frühstück genießen. Der perfekte Start in den Tag.

Ernährungsberatung

Über die Autorin

Silke Zur ist staatlich anerkannte Diätassistentin. Zusätzlich absolvierte sie Abschlüsse als Präventionsmanagerin und Diabetesassistentin und ist Fachkraft für enterale und parenterale Ernährung VDD. Sie arbeitet in der Arbeitsgruppe junge Erwachsene mit Krebs und familiäre Angehörige bei der Studie CARE FOR CAYA am Universitätsklinikum Magdeburg mit. Seit 01.03.2019 hat sie eine eigene Praxis „Bildung ZUR Gesundheit". Silke Zur leitet Kochkurse für die Krebsgesellschaft Sachsen Anhalt e.V., ist als Dozentin für Therapeuten- und Pflegeteams tätig und unterstützt ehrenamtlich im Berufsverband der Diätassistenten e.V. die Fachgruppe Onkologie.

Das Rezept zum Tipp:
Süßer Kokos-Porridge (für 2 Portionen)

Zutaten
  • 100 g kernige Haferflocken
  • 350 ml Kokosmilch
  • 1 Prise Salz
  • 250 ml Wasser

Schritt 1
Alle Zutaten für das Porridge in einem Topf verrühren und zum Kochen bringen.

Schritt 2
Die Zutaten bei kleiner Temperatur und mehrfachen umrühren köcheln lassen, bis ein dicker Brei entsteht.

Toppings

- Kakao, Nuss- oder Mandelbutter, Kokosraspel, Leinsamen, Chiasamen

- Frisches Obst, wie z.B. Erdbeeren, Blaubeeren, Himbeeren oder Banane

- Geröstete Haselnusskerne, Sonnenblumen- oder Kürbiskerne

Quellen

1  BARTHA, R.; GRIFFITHS, K.; ALTWEIN, J.E.: Auswirkungen der Ernährung auf das Mamma- und Prostatakarzinom. PZ 34, 2855-2863, 1997
2 CARRAGAY Cancer-preventive foods and ingredients
3 LEITZMANN, C.; GROENEVELD, M.: Gesundheit kann man essen. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1997
4 POOL-ZOBEL, B.L.: Gibt es Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebsentstehung? In: Ernährungs-Umschau 44 (Sonderheft), S. S55-S60, 1997
5 www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/fachinformationen/sekundaere-pflanzenstoffe-und-ihre-wirkung/
6 WATZL, B.; LEITZMANN, C.: Bioaktive Substanzen in Lebensmitteln. Hippokrates, Stuttgart 1995
7 www.klostermedizin.de/images/Avena_sativa-Arzneipflanze_des_Jahres_2017.pdf
8 David Frenkiel; Luise Vindahl, : Die grüne Küche für jeden Tag. Knesebeck
9 www.naehrwertrechner.de/naehrwerte/Hafer+Flocken/
10 www.vital.de/gesunde-ernaehrung/wichtige-naehrstoffe/galerie/die-wichtigsten-vitamin-b-lieferanten