Toppins – Ernährung bei Brustkrebs

Toppings: kleine Helfer mit großer Wirkung – Chiasamen und Co. bringen den besonderen Pfiff

von Silke Zur

Ein starker Körper kann helfen, eine Krebserkrankung und -therapie besser zu verkraften. Für Brustkrebspatientinnen ist daher eine vollwertige und ausgewogene Ernährung besonders wichtig: Sie stärkt das Immunsystem und verleiht dem Körper neue Energie.

Obwohl das die meisten Patientinnen wissen, ist die Umsetzung nicht immer einfach. Zusätzlich zur völlig neuen Lebenssituation können Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit und Geschmacksveränderungen zur Belastung werden. Helfen können hier Toppings: Die gesunden und leckeren Kleinigkeiten peppen den Speiseplan ohne großen Aufwand wirksam auf, weiß Ernährungsberaterin Silke Zur.

Wenn der große Hunger nicht kommen will, der Appetit fehlt und dennoch ausreichend Kalorien und Nährstoffe aufgenommen werden müssen, können Toppings helfen. Sie bieten eine gute Möglichkeit, mit geringen Mengen gesunde und vollwertige Kost aufzunehmen. Es können Nüsse, Samen, Croutons, Kräuter, Flocken oder Sprossen sein, die man in kleinen Mengen über Gerichte und Salate oder Desserts wie Joghurt und Quark gibt. Das Wunderbare an den kleinen Helfern: Die Auswahl ist groß und die Möglichkeiten, Speisen gesund aufzuwerten, sind vielfältig.

Einerseits kann man Kalorien gekonnt über Nüsse und Samen und Croutons verstecken, andererseits versorgen diese schmackhaften Toppings den Körper mit gesunden ungesättigten Fettsäuren, Ballaststoffen und Eiweißen sowie jeder Menge Vitamine, Mineralstoffe und  Antioxidantien. Diese Inhaltsstoffe sind sowohl während einer Krebstherapie als auch in der Prävention empfehlenswert. Sie sollten jedoch unbedingt in der natürlichen Form zugeführt werden oder aus natürlichen Lebensmitteln stammen. Und bitte nur kleine Mengen, denn auch hier gilt: alles in Maßen.
Vorsicht ist geboten bei Vitaminpräparaten aus der Apotheke: Jede isolierte, konzentrierte  und unnatürliche Form der Aufnahme von Vitaminen und Antioxidantien sollten Sie mit Ihrem behandelnden Arzt absprechen, um eventuell schädliche Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen zur Therapie auszuschließen.

Leinsamen oder Chiasamen?

In aller Munde sind zurzeit Chiasamen und Leinsamen. Beide Samen sind zu empfehlen, denn sie sind ballaststoff- und eiweißreich, enthalten vorrangig ungesättigte Omega-3 -Fettsäuren, viel Vitamin E, sekundäre Pflanzenstoffe und besitzen außerdem eine antioxidative Wirkung. Sie schützen die Zellen vor gefährlichen freien Radikalen. Täglich sollte man nicht mehr als zwei Esslöffel verzehren und einen Abstand zur Medikamenteneinnahme von ein bis zwei Stunden einhalten. Für welche Sorte Sie sich entscheiden, ist Ihnen überlassen.

Schon um 5.000 v. Chr. wurde Lein (auch Flachs genannt) als Textilrohstoff verwendet. Doch nicht nur als einer der wichtigsten Textilrohstoffe war Lein bekannt, auch das antike Griechenland erkannte bereits das gewonnene Leinöl als Heilmittel an und verwendete es zur Linderung von unterschiedlichen Beschwerden. Baumwolle und Kunstfasern lösten Leinen als Material ab, aber noch heute werden die Leinsamen und das Leinöl wegen seiner guten Inhaltsstoffe gerne als Zutat für unterschiedliche Speisen verwendet.

Die aktuell im Trend liegenden Chiasamen haben ihren Ursprung in Mexiko. Hier sind sie schon lange ein Grundnahrungsmittel der Bevölkerung. Heute werden Chiasamen zu kommerziellen Zwecken hauptsächlich in Süd-und Mittelamerika sowie in Australien angebaut. Die Inhaltsstoffe des Leinsamens werden nur in geschroteter Form oder als Öl gepresst optimal aufgenommen. Chiasamen kann man auch im Ganzen verzehren und vielfältig verarbeiten. Allerdings sind sie erheblich teurer als Leinsamen.

Bringen Sie neue Vielfalt und geschmackliche Variation in Ihren Speiseplan

Man muss nicht immer das Rad neu erfinden. Bewährten Rezepten kann einfach eine neue Geschmacksrichtung gegeben werden. Verleihen Sie Ihren Suppen und Salaten einen besonderen Pfiff. Zum Frühstück geben Sie Ihrem Müsli einen raffinierten Geschmack mit gerösteten Haferflocken und frischem Beerenobst. Oder versuchen Sie mal Smoothies mit Chiasamen.  Als leichtes Mittagessen oder Abendessen sind Karottensuppe mit gerösteten Kürbiskernen und knackiger bunter Salat mit Sonnenblumenkernen, Vollkorncroutons und Leinsamen, zwei leckere Möglichkeiten Ihren Speiseplan etwas aufzumischen. Auch Gemüsebeilagen werden mit Sesam oder Kokosflocken und frischen Kräutern besonders schmackhaft. Kartoffelgerichte können mit frischer Petersilie und Schnittlauch, Zwiebelmischungen oder Rosmarin eine feine Note erhalten.

Die selbstgemachten Jogurt- oder Quarkspeisen bekommen mit Obst-Toppings und gehackten Haselnüssen einen gesunden Frischekick. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt: frische Kräuter, Ingwer, Hafer-, Dinkel-, Weizenflocken, Gojibeeren oder Cranberries, Sesam, Mandeln, Walnüsse oder Haselnüsse, Kokosnuss  — egal ob gehobelt, gemahlen, im Ganzen, kurz angeröstet oder ganz natürlich. Machen Sie es bunter und gesünder! Ein gestärkter Körper wird es Ihnen danken. Ganz wichtig: Achten Sie immer auf Frische und gute Qualität beim Einkauf. Regional und saisonal, das sollten Sie beherzigen.

Ernährungsberatung

Über die Autorin

Silke Zur ist staatlich anerkannte Diätassistentin. Zusätzlich absolvierte sie Abschlüsse als Präventionsmanagerin und Diabetesassistentin. Seit 2013 ist sie als Diätassistentin im Ambulanten Therapiezentrum Magdeburg und beim Ernährungsteam der Strehlow GmbH angestellt. Nebenbei leitet Silke Zur Kochkurse für die Krebsgesellschaft Sachsen Anhalt e.V., ist als Dozentin an der ZAW/IHK Leipzig tätig und unterstützt ehrenamtlich im Berufsverband der Diätassistenten e.V. die Fachgruppe Onkologie.

Das Rezept zum Tipp:
Powerkugeln – eine gesunde Süßigkeit für zwischendurch

Zutaten
  • 1 Tasse Mandeln
  • 1 Tasse Datteln
  • 2 Esslöffel Chiasamen
  • 2 Esslöffel Kokosfett
  • 2 Esslöffel Rohkakao
  • 2 Esslöffel Wasser

Schritt 1
Geben Sie alle Zutaten in eine Küchenmaschine und zerkleinern Sie diese so lange, bis ein Brei entsteht.

Schritt 2
Formen Sie kleine Kugeln und stellen Sie diese kühl.

Extratipp für Süßverliebte
Kugeln in Kakaopulver oder Kokosflocken wälzen.

Gesundheitsfaktor

Bereits mit 60 Gramm Mandeln täglich können Sie Ihren Körper vor Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen und zu einer besseren Knochendichte beitragen. Ein feiner Zuckerersatz sind die gesunden Datteln. Sie liefern zusätzlich  Ballaststoffe, die  gut für die Darmflora sind und helfen, das LDL (schlechtes Cholesterin) abzubauen. Auf diese Weise unterstützen Datteln auch das Absorbieren der Stoffe, die krebserregende Chemikalien enthalten.

Als sogenanntes „Superfood“ wird mittlerweile das leckere Kokosöl oder Kokosfett bezeichnet. Neben der besonderen Geschmacksnote  und der Hitzebeständigkeit, wirkt dieses gesunde Fett antibakteriell und entzündungshemmend. So helfen Sie Ihrem Körper mit kleinen, energiegeladenen und gesunden Snacks wieder zu mehr Kraft und Spaß am Essen.