Weihnachtliche Gewürze und ihre gesundheitlichen Wirkungen

von Silke Zur

Ohne die duftenden Gewürze wie Zimt, Kardamom, Anis oder Ingwer würde uns sicherlich das Gefühl einer weihnachtlichen Stimmung fehlen. Plätzchen oder gerade Lebkuchen wären ohne diese Zutaten unvorstellbar.Sie sind nicht nur lecker, sondern haben durchaus auch eine gesundheitliche Wirkung.

Zimt als eines der ältesten Gewürze hat einen süßlichen Duft und wird in der Küche unter anderem in Pflaumenmus oder Milchreis und natürlich in  Lebkuchen, Bratäpfeln oder Zimtsternen verwendet. Zimt fördert den Appetit und kann die  Darmtätigkeit anregen. So kann er Speisen bekömmlicher machen und Verdauungsproblemen wie Völlegefühl und Blähungen vorbeugen. Es gibt Hinweise, dass Zimt eine Blutzucker senkende Wirkung hat, wissenschaftlich gibt es hier allerdings widersprüchliche Aussagen.

Vorsicht! Cumarin ist der Aromastoff, der in höheren Konzentrationen in Zimtsorten vorkommt, er wird unter „Cassia-Zimt“ zusammengefasst. Cumarin kann schon in relativ kleinen Mengen Leberschäden verursachen, daher sollten Kleinkinder, Schwangere und Stillende beim Verzehr vorsichtig sein. Auch als Duftstoff in Kosmetika wird Cumarin  eingesetzt. Ceylon-Zimt dagegen ist unbedenklich, also lohnt sich hier ein Blick auf die Zutatenliste beim Einkauf.

Anis ist als aromatisch riechendes Gewürz bekannt, es schmeckt süßlich und enthält wirksame ätherische Öle. Zubereitungen aus Anis wirken bei Erkältungskrankheiten schleimlösend, bei Verdauungsproblemen  entkrampfend. Anis wird dafür häufig mit Fenchel und Kümmel kombiniert und zu Tee verarbeitet.

Vorsicht! Anis, Sternanis, Piment, Muskatnuss, Lemongras sowie Bitterfenchel- und Süßfenchelfrüchte und außerdem Estragon und Basilikum enthalten die pflanzlichen Inhaltsstoffe Estragol und Methyleugenol. Diese beiden natürlichen Inhaltsstoffe zeigten in mehreren Versuchsreihen krebsauslösende und erbgutverändernde Wirkungen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt daher vorsichtshalber, Gewürze und Kräutertees, die Estragol oder Methyleugenol enthalten, nicht zu oft und nur in kleinen Mengen zu verwenden. Das heißt: kein dauerhafter und regelmäßiger Verzehr der genannten Gewürze und Kräutertees, der über den gelegentlichen Einsatz in der Küchenpraxis hinausgeht. Das gilt insbesondere für Fencheltees, die Kinder häufig gegen Blähungen erhalten.

Kardamom zählt neben Vanille und Safran zu den teuersten Gewürzen der Welt. Weihnachtliche Köstlichkeiten wie zum Beispiel Spekulatius, Glühwein oder Lebkuchen enthalten dieses charakterstarke Gewürz. Man unterscheidet zwischen dem schwarzen und dem grünen Kardamom, und verwendet sie in unterschiedlichen Speisen. Der grüne Kardamom hat eher eine scharfe, leicht süßliche Note und ist ideal für die Weihnachtsbäckerei und für Süßspeisen geeignet.Der schwarze Kardamom schmeckt herb, daher eignet er sich eher zum Würzen von deftigen Fleischgerichten. In ayurvedischen Tees findet man meistens auch Kardamom, vor allem im Chai-Tee ist er unverzichtbar. Positive gesundheitliche Aspekte finden sich über Kardamom in der Naturheilkunde, vor allem in der ayurvedischen Medizin, wissenschaftlich nachgewiesen ist dies allerdings nicht.

Ernährungsberatung

Über die Autorin

Silke Zur ist staatlich anerkannte Diätassistentin. Zusätzlich absolvierte sie Abschlüsse als Präventionsmanagerin und Diabetesassistentin. Seit 2013 ist sie als Diätassistentin im Ambulanten Therapiezentrum Magdeburg und beim Ernährungsteam der Strehlow GmbH angestellt. Nebenbei leitet Silke Zur Kochkurse für die Krebsgesellschaft Sachsen Anhalt e.V., ist als Dozentin an der ZAW/IHK Leipzig tätig und unterstützt ehrenamtlich im Berufsverband der Diätassistenten e.V. die Fachgruppe Onkologie.

Das Rezept zum Tipp:
Gebratene Zimt-Honig-Äpfel

Zutaten (für 4 Personen)
  • 1 EL Kokosöl
  • 1½ TL Kardamom, fein gemahlen
  • 1½ TL Ceylon Zimt, gemahlen
  • 2 EL Honig
  • 4 Äpfel, entkernt und in Spalten geschnitten

Schritt 1
Das Kokosöl in der Pfanne schmelzen.

Schritt 2
Die Gewürze zugeben und alles gut verrühren.

Schritt 3
Die Apfelspalten dazugeben.

Schritt 4
Ca. 10 Min leicht braten, bis sie weich sind.

Wer mag, kann Kokosjoghurt dazu essen und nach belieben auch geröstete Samen oder Nüsse dazu servieren.

Quellen

Bundesinstitut für Risikobewertung

http://bibliothek.uni-halle.de/zweigbib/ha4/fachinfo_pharmazie/

Rezept: deliciouslyella.com