Phase V – Dokumentenmanagement

Nach der Diagnose Brustkrebs müssen Sie sich nicht nur mit der Erkrankung auseinandersetzen. Es kommt auch jede Menge Papierkram auf Sie zu. Starten Sie deshalb möglichst früh ein systematisches Dokumentenmanagement. Wie Sie sich organisieren können und worauf Sie achten sollten, lesen Sie hier.

Dokumentenmanagement von Beginn an

Auch wenn für Sie und Ihre Angehörigen mit der Diagnose finanzielle und sozialrechtliche Fragen nicht im Vordergrund stehen, rücken neben der Therapie spätestens mit dem Auslauf einer etwaigen sechswöchigen Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber (§ 3 Abs. 1 EntgFG) sehr schnell diese Herausforderungen zusätzlich in den veränderten Lebensalltag. Sie stellen den Mittelpunkt des interdisziplinären Teams aus Medizinern unterschiedlicher Fachrichtungen, Sozialarbeitern, Krankenversicherungen und anderen dar. Ihr Informationsstand über alle Bereiche hinweg ermöglicht Ihren Teamkollegen eine effizientere Arbeitsweise, denn Informationen bedeuten Wissen als eine zentrale Basis für fundierte Entscheidungen. Beginnen Sie deshalb bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung mit dem Dokumentenmanagement.

Für die Gewährung von Leistungen jeder Art ist der Antragszeitpunkt entscheidend. Daran geknüpft ist der Beleg Ihres bisherigen Krankheitsverlaufs. Je mehr Informationen Sie zusammentragen können, desto schneller erfolgt die Antragsbearbeitung. Zudem werden die Sie behandelnden Ärzte von diesem Bürokratieaufwand zeitlich entlastet und können sich auf Ihre Behandlung konzentrieren.

Anlässe für den Nachweis des aktuellen Krankenstandes

Ihren aktuellen Krankenstand haben Sie im Behandlungsverlauf immer wieder zu belegen. Anlässe können z. B. sein:

  • Beantragung Krankengeld
  • Beantragung AHB (Anschlussheilbehandlung) respektive Reha-Maßnahmen
  • Beantragung von Leistungen aus einer privaten
    - Berufsunfähigkeitsversicherung
    - Krankenversicherung
    - Rentenversicherung
    - Krankentagegeldversicherung
  • Beantragung von Leistungen aus berufsständischen Versorgungseinrichtungen
  • Beantragung Erwerbsminderungsrente
  • Beantragung Schwerbehindertenausweis
  • Einholung von Zweitmeinungen bei anderen Ärzten
  • Beantragung Übergangsgeld
  • Beantragung Arbeitslosengeld I
  • Beantragung Arbeitslosengeld II
  • Beantragung Sozialhilfe
  • Beantragung von Leistungen aus Härtefonds
  • Begutachtung durch Amtsärzte im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit oder der Deutschen Rentenversicherung
  • Begutachtung durch den MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen)
  • Beantragung von Leistungen für Schwerbehinderte, bspw. Zuschüsse zum Kfz-Umbau
  • Weiterführende Beratungen zwischen Arbeitsamt und Deutscher Rentenversicherung
  • bei der Beantragung von Wohngeld und ähnlichen Leistungen.
Tipp

Fordern Sie Befunde von den jeweiligen Ärzten an (Recht auf Einsichtnahme - § 630g BGB). Etwaige Gebühren (Gebührenordnung) für Kopien, MRT-Aufnahmen können Sie steuerlich geltend machen.

Checkliste: To-dos in Phase I – Datenorganisation

  • Führen Sie jederzeit einen Block und Papier mit sich, bspw. ein Ringbuch im DIN-A5-Format.
  • Bereiten Sie jedes Gespräch mittels Notizen vor und nach.
  • Datensicherung: Eine elektronische Datenverfügbarkeit optimiert das Kosten-Nutzen-Verhältnis. Außerdem haben Sie jederzeit Zugriff. Überlegen Sie sorgfältig, wem und wie Sie Informationen zur Verfügung stellen. 
  • Sichern und aktualisieren Sie Ihre Daten um einen Verlust ihrer Daten zu vermeiden
  • Strukturieren Sie Ihre Unterlagen papierhaft in Ordnern mittels Trennlaschen oder elektronisch durch eindeutige Benennung.
  • Relevante Ansprechpartner auf einen Blick in übersichtlicher Tabellenform für einen schnellen Zugriff. (Diese Informationen  sollten Sie nicht nur auf Ihrem Computer und ausgedruckt, sondern bspw. ebenfalls in den Kontakte Ihres Handys, Smartphones etc. pflegen, die Kontaktdaten regelmäßig aktualisieren und zwischen den verschiedenen Medien synchronisieren.)
Tipp

Speichern Sie Ihre Dokumente auf einem Computer und auf einem externen Speichermedium, wie z.B. einem USB-Stick als zusätzlichem Schutz.

Partner, Freunde, Angehörige können bspw. das Einscannen übernehmen und leisten Ihnen und sich selbst wertvolle Unterstützung.

Versenden Sie wichtige Unterlagen, bspw. bei Antragsfristen, mit Einschreiben/Rückschein oder auf dem regulären Postweg und parallel per E-Mail. Speichern Sie sowohl die versandte E-Mail als auch eine etwaige Eingangsbestätigung in.