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Reha und Nachsorge bei Brustkrebs

Eine Rehabilitationsbehandlung gehört heute zur Standardtherapie für Brustkrebspatientinnen und wird in der Regel von der Rentenversicherung finanziert. Die Behandlung umfasst Informationen zu Beruf und Alltag bis hin zu Sport- und Bewegungstherapien.

Rehabilitation

Die Zeit der Reha mitgestalten – Alexandra, Diagnose 2011

Nach einer belastenden Brustkrebsbehandlung fällt die Rückkehr in den gewohnten Alltag oft schwer. Die sogenannte Rehabilitation, kurz auch „Reha“ genannt, kann den Übergang von der Behandlung zum Alltag unterstützen. Der Rehabilitationsaufenthalt zielt darauf ab, die körperliche und psychische Leistungskraft zurückzugewinnen. Es gibt verschiedene Rehamöglichkeiten. Alle Angebote können sowohl ambulant als auch stationär durchgeführt werden. Dies hängt immer von der Situation und den Wünschen der Patientin ab. Viele Patientinnen schätzen es, einmal aus der gewohnten Umgebung auszubrechen, anderen wiederum fällt es schwer, die Familie für eine längere Zeit zu verlassen. Als erste Rehabilitationsmaßnahme steht die sogenannte Anschlussheilbehandlung (AHB) zur Verfügung. Sie folgt unmittelbar auf den Krankenhausaufenthalt (spätestens zwei Wochen nach der Entlassung) und dauert in der Regel drei Wochen. Eine medikamentöse Therapie kann gegebenenfalls während der AHB auch noch weitergeführt werden.

Beantragung einer onkologischen Rehabilitation

Eine onkologische Rehabilitation wird nicht automatisch bewilligt, sondern erfolgt nach einer offiziellen Antragstellung. Wichtig ist es, die AHB noch während des Krankenhausaufenthalts zu beantragen.

Eine AHB muss innerhalb von 14 Tagen nach Abschluss der Akutbehandlung (Operation und eventuell Bestrahlung) angetreten werden.

Ihr behandelnder Arzt, die Kliniksozialdienste oder die Reha-Servicestellen in vielen deutschen Städten können bei den Formalitäten helfen und an geeignete Einrichtungen vermitteln.

Die sogenannte Nach- oder Festigungskur erfolgt nicht direkt im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt. Sie kann bis zum Ablauf eines Jahres nach der beendeten Behandlung durchgeführt werden und dauert in der Regel drei Wochen. Im Einzelfall können auch bis zum Ablauf von zwei Jahren Rehabilitationsmaßnahmen erbracht werden. Nach Ablauf von weiteren vier Jahren ist es erneut möglich, Rehabilitationsmaßnahmen zu beantragen.

Die Patientin wird üblicherweise in die Planung ihres Aufenthalts einbezogen und kann wählen, welches Angebot am ehesten ihren individuellen Bedürfnissen entspricht. Häufig werden sportliche Aktivitäten und Entspannungsübungen, Ergotherapie und Kunsttherapie angeboten. Außerdem sind Gespräche mit medizinischem Fachpersonal, Psychoonkologen oder der Austausch mit anderen Krebspatientinnen möglich.

Annette Rexrodt von Fircks
Annette Rexrodt von Fircks

war 35 und Mutter von drei kleinen Kindern, als sie mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert wurde. Heute ist sie gesund und lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Düsseldorf. Sie ist Bestsellerautorin und hat 2005 die „Rexrodt von Fircks Stiftung für krebskranke Mütter und ihre Kinder“ gegründet.

https://www.rvfs.de/

Viele Frauen schätzen es, für einige Zeit ihre gewohnte Umgebung zu verlassen und sich an einem Ort aufzuhalten, an dem sie sich nicht um Erledigungen kümmern müssen. Hier können sie sich ganz auf sich und ihre Gesundheit konzentrieren. Weitere Informationen zum Thema gemeinsame Rehabilitation von Mutter und Kind finden Sie im Interview mit Annette Rexrodt von Fircks.

Mögliche Leistungen in einer Rehabilitationsklinik

  • Sport- und Bewegungstherapien
  • Ernährungsberatung und -schulung
  • Behandlung von Lymphödemen und Polyneuropathie
  • Psychologische Beratungen und Therapien
  • Entspannungstraining und Kunst- bzw. Ergotherapie
  • Beratung zu sozialen und sozialrechtlichen Fragestellungen
  • Hilfe beim Beantragen von Leistungen
  • Maßnahmen zur Unterstützung der beruflichen und sozialen Integration
  • Planung medizinischer Nachsorge

Reha und Sport

Dass Sport sich grundsätzlich positiv auf das allgemeine Wohlbefinden und das Immunsystem auswirkt, ist allgemein bekannt. Doch auch das Risiko von Langzeitfolgen nach einer Krebserkrankung kann durch gezielten Rehasport gemindert werden. Über die Dauer einer stationären oder ambulanten Rehabilitationsbehandlung hinaus werden bestimmte Sportkurse vom Arzt verordnet und von den Krankenkassen bezuschusst. Jeder Krebspatient hat grundsätzlich Anspruch auf Rehabilitationssport.

In zertifizierten Sportstätten werden speziell für Brustkrebspatientinnen entwickelte Übungen gezeigt. Unter fachkundiger Anleitung können Frauen in einer Gruppe mit anderen Betroffenen an einem Sportprogramm teilnehmen, das genau ihren Anforderungen entspricht. In Deutschland gibt es etwa 1.000 Rehasport-Gruppen. Die Landessportbünde des Deutschen Behindertensportverbandes informieren über geeignete Gruppen für Krebspatienten und bieten eine Filterfunktion für die verschiedenen Bundesländer und Standorte an. 

Nachsorge

Im Anschluss an die Brustkrebsbehandlung folgt die medizinische Nachsorge. Nachsorge bedeutet, den Krankheitsverlauf zu überwachen, die Begleiterscheinungen zu erkennen und zu behandeln sowie ein eventuelles Rezidiv zu diagnostizieren und zu behandeln.

Die Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft geben vor, dass in den ersten drei Jahren die Untersuchungen vierteljährlich stattfinden sollten. Ab dem vierten Jahr erfolgen die Untersuchungen nur noch halbjährlich, ab dem sechsten Jahr dann jährlich. Diese Zahlen gelten für symptomfreie Frauen. Stellt man selbst Veränderungen fest, muss nicht auf den nächsten Kontrolltermin gewartet werden. Der behandelnde Arzt steht jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung.

Anspannung bei Nachsorgeterminen – Angelika, Diagnose 2011

Beim Nachsorgetermin wird die Frau körperlich untersucht und im Anschluss findet ein Gespräch mit dem Arzt statt. Neben der behandelten und der gesunden Brust werden auch die Lymphknoten in den Achseln abgetastet. Zusätzliche bildgebende Verfahren wie die Mammografie oder Mammosonografie (Link zu Diagnose) werden einmal im Jahr zur Kontrolle eingesetzt (in den ersten drei Jahren auf der erkrankten Seite zweimal im Jahr).

Im Gespräch mit dem Arzt kann man sowohl medizinische und sozialrechtliche Fragen besprechen als auch die aktuellen Lebensumstände thematisieren. Gibt es akute körperliche oder seelische Belastungen? Welche Unterstützung braucht die Patientin? Bei Bedarf kann der Arzt an Psychoonkologen, Ernährungsberater, Selbsthilfegruppen oder Krebsberatungsstellen vermitteln.

Ein Nachsorgepass dient in dieser Zeit als Begleitung und Gedankenstütze. Hier können die Frauen anstehende Kontrolltermine vermerken, aber auch Ergebnisse und Notizen.

Nachsorgeplan für Brustkrebspatientinnen
Nachsorgeplan