Fatigue

Das Wort „Fatigue“ entstammt dem Französischen und bedeutet „Müdigkeit“. Im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung ist ein dauerhafter Müdigkeitszustand gemeint, dem durch gewohnte Erholungsmaßnahmen wie Schlafen und Ausruhen nicht allein entgegenzuwirken ist. Zu den Symptomen einer Fatigue-Erkrankung gehören neben Müdigkeit auch vermehrte Lustlosigkeit und Schwäche. Oftmals fühlen sich Patientinnen körperlich nicht mehr belastbar und schildern einen allgemeinen Energie- und Motivationsverlust. Auch Schlaf- und Konzentrationsstörungen können auftreten, genau wie seelische Erschöpfung und dadurch eine zunehmende Entfremdung von Freunden und Familie. So verschieden sich die Beschwerden durch eine Fatigue-Erkrankung äußern, so komplex sind auch ihre Ursachen. Diese Ursachen und entsprechende Therapieansätze sind bislang eher wenig erforscht. Forscher nehmen an, dass Fatigue durch den Tumor selbst oder seine Behandlung verursacht werden kann oder durch Stoffwechselstörungen wie eine Blutarmut (Anämie) oder eine Schilddrüsenfehlfunktion. Auch ein Mangel an Hormonen oder Bewegung kann möglicherweise ein Fatigue-Syndrom hervorrufen.

PD Dr. med. Jens Ulrich Rüffer
PD Dr. med. Jens Ulrich Rüffer

ist Humanmediziner und war 15 Jahre als Onkologe in der Universitätsklinik Köln tätig. Er war über Jahre Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie (PSO), Mitglied der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Fatigue Gesellschaft.

www.deutsche-fatigue-gesellschaft.de

Mediziner gehen davon aus, dass gerade bei Fatigue Bewegung grundsätzlich förderlicher ist als weiteres Ausruhen. Patienten sollten in jedem Fall alle Erschöpfungsanzeichen und mögliche Behandlungsoptionen vertrauensvoll mit Ihrem Arzt besprechen. Weitere Informationen zum Thema Fatigue bei Brustkrebs finden Sie im Interview mit PD Dr. med. Jens Ulrich Rüffer.

"Zu der Belastung durch die Müdigkeit an sich kommt der Frust, weder beruflich noch sozial den eigenen Ansprüchen genügen zu können."

PD Dr. med. Jens-Ulrich Rüffer