Polyneuropathie

Einige Zytostatika verursachen Polyneuropathien. Die Patientinnen klagen dann über Kribbeln, Taubheit, Schmerzen oder Überempfindlichkeit in Füßen oder Händen – ein Gefühl, als ob Ameisen über Hände und Füße laufen. Diese Beschwerden werden durch eine sensorische Polyneuropathie verursacht. Hierbei handelt es sich um eine Störung der langen Nervenfasern, bei der Reize von den Nerven nicht mehr richtig ans Gehirn übertragen werden. Die genauen Ursachen der Polyneuropathie sind noch nicht geklärt und sie kann nur symptomatisch gelindert werden. Es gibt medikamentöse und bewegungstherapeutische Behandlungen. Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn die Patientin bei den ersten Beschwerden ihren Arzt informiert und sofort behandelt werden kann. Während die weitläufig bekannten Schmerzmittel keine Linderung bringen, können Anti-Epileptika oder auch Anti-Depressiva die Beschwerden reduzieren. Häufig muss man diese zur Schmerzlinderung mit Opiaten kombinieren. Bei der Therapie muss außerdem beachtet werden, welche Beschwerden im Vordergrund stehen. Schmerzen können durch Pflaster mit einem lokalen Betäubungsmittel reduziert werden – die Behandlung muss jedoch regelmäßig wiederholt werden. Verursacht die Taubheit der Gliedmaßen die meisten Beschwerden, können Krankengymnastik, Physiotherapie oder Ergotherapie Linderung verschaffen.

Dr. med. Oliver Hahn
Dr. med. Oliver Hahn

ist niedergelassener Allgemeinmediziner mit eigener Privatpraxis in Köln. Einer seiner Praxisschwerpunkte liegt auf der Behandlung von Polyneuropathie.

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Auch im Rahmen der Rehabilitation kann speziell auf die Beschwerden einer sensorischen Polyneuropathie eingegangen werden. Oft lohnt es sich für Patientinnen auch, im Vorfeld einer Chemotherapie das Gespräch mit dem behandelnden Arzt zu suchen. Fragen wie „Kann man prophylaktisch etwas gegen die Polyneuropathie tun?“ und „Was kann ich tun, wenn es akut ist?“ können die Beschwerden der Erkrankung reduzieren und den Alltag der Frauen deutlich erleichtern. Mehr Informationen zum Thema Polyneuropathie finden Sie im Interview mit Herrn Dr. med. Oliver Hahn.

„Die erkrankten Frauen können versuchen, über Vitamine des B-Komplexes und Spurenelemente die Versorgung der Nerven zu verbessern oder über die Einnahme von Selen den oxidativen Stress aufzufangen, um so eine Verbesserung zu erzielen. Orthopädische Schuhe und weiche Einlagen geben ein besseres Festigkeitsgefühl und minimieren den Druck auf den Fuß.“ 

Dr. med. Oliver Hahn