Seelische Belastung

Eine Krebserkrankung stellt eine große Belastung für Körper und Seele einer Frau dar. Viele Frauen leiden unter existentiellen Ängsten und Sorgen vor einem Rückfall und dem Tod. Zudem empfinden sich viele Frauen durch Veränderungen der Brust oder deren vollständiger Entfernung nicht mehr als weiblich und attraktiv. In den meisten Fällen treten die Probleme nur zeitweise auf. Die Gespräche mit dem Psychoonkologen können entlasten. Selten stellen sich Depressionen ein, die mit Medikamenten behandelt werden müssen.

Dr. med. Andrea Petermann-Meyer
Dr. med. Andrea Petermann-Meyer

ist Ärztin, Psychotherapeutin und Psychoonkologin. Sie arbeitet seit 1998 in einer eigenen Praxis mit dem Schwerpunkt Psychoonkologie in Aachen. Außerdem leitet sie seit 2011 die Sektion Psychoonkologie am ECCA (Euregionales comprehensive Cancer Center Aachen).

www.lebenmitkrebs-aachen.de

Nicht alles ist so wie vorher – Angelika, Diagnose 2011

Während die medizinische Behandlung meist einem klaren Ablauf folgt und somit Struktur und ein Gefühl von Sicherheit vermitteln kann, ist eine psychoonkologische Unterstützung ein Angebot, für das sich jede Patientin individuell entscheidet. Weitere Informationen zu psychologischer Unterstützung finden Sie im Interview mit Frau Dr. med. Andrea Petermann-Meyer (Ärztin, Psychotherapeutin und Psychoonkologin).

Psychoonkologen haben sich auf die Betreuung von Krebspatientinnen spezialisiert und kennen die Probleme der Frauen. Sie können dabei helfen, mit der Erkrankung und den Ängsten besser umzugehen und das Beste aus der Situation zu machen. Wer diese Chance nutzt, ist keineswegs psychisch krank, sondern lässt sich dabei helfen, die Krankheit aktiv zu verarbeiten. Wann dieses Angebot wichtig wird, ist für jede Patientin ganz unterschiedlich. Manche Frauen haben schon direkt nach der Diagnose das Bedürfnis nach Unterstützung, bei anderen tritt der Wunsch erst nach Abschluss der Behandlung auf. Sprechen Sie mit ihrem Arzt über die Möglichkeiten in ihrer Umgebung. Der Krebsinformationsdienst (KID) bietet Ihnen zudem die Möglichkeit, nach ambulant psychotherapeutisch arbeitenden Psychoonkologen in Ihrer Nähe zu suchen. Mehr Informationen unter www.krebsinformationsdienst.de

Was kann ich selbst tun?

  • Reden Sie mit Ihrem behandelnden Arzt und besprechen Sie offen alle Fragen und Nebenwirkungen.
  • Beobachten Sie den Verlauf Ihrer Behandlung genau und führen Sie eventuell Tagebuch.
  • Informieren Sie sich über die Erkrankung – etwa auf der Website der Deutschen Krebshilfe zum Thema Schmerztherapie.
  • Lassen Sie sich von auf Schmerztherapie spezialisierten Fachärzten beraten.
  • Tauschen Sie sich in einer Selbsthilfegruppe aus oder suchen Sie Hilfe in der psychoonkologischen Beratung.
  • Bewegen Sie sich und finden Sie Ihren persönlichen Ausgleich beim Ausdauersport, Yoga oder dem Tanzen.
  • Tun Sie sich bewusst etwas Gutes und bauen Sie Momente der Entspannung in Ihren Alltag ein.