Brustkrebsbehandlung in Zeiten der Corona-Krise

Brustkrebs ist eine belastende Diagnose. Während der Corona-Pandemie kommt bei vielen Patientinnen noch erschwerend die Befürchtung hinzu, sich während ihrer Behandlung mit dem Coronavirus anzustecken.

Die Sorgen vor einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) ist bei Patientinnen mit Brustkrebs (Mammakarzinom) verständlich. Denn laut Robert Koch-Institut gehören Krebspatienten zur Risikogruppe für einen schweren Verlauf von COVID-19. Mehr zu dem Thema „Corona und Krebs“, den Risikogruppen und den Hygieneempfehlungen von Dr. Johannes Wimmer erfahren Sie hier.

Behandlung aussetzen wegen Coronavirus?

Jedoch darf die Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus nicht die Behandlung einer bereits bestehenden, lebensgefährlichen Erkrankung wie Krebs beeinträchtigen. Manche Frauen möchten aufgrund der Corona-Pandemie ihre Behandlung, z. B. eine Chemotherapie, unterbrechen oder aufschieben. Etwa weil sie die Ansteckungsgefahr in einer Klinik fürchten oder die Therapie das Immunsystem schwächt. Bei solchen Bedenken sollte auf jeden Fall das Gespräch mit dem behandelnden Arzt gesucht werden Dieser sollte umfassend informieren und Fragen klären wie: Welches Risiko ist höher – an COVID-19 zu erkranken oder den Verlauf der Therapie zu verschlechtern, je nachdem ob die Behandlung erfolgt oder nicht? Die Beratung kann auch ohne direkten Kontakt über Telefon oder Videokommunikation erfolgen, sodass die Patientinnen nicht extra die Praxis oder Klinik aufsuchen müssen, um dies abzuklären. Wichtig ist, dass Arzt und Patientin nach dem aufklärenden Gespräch gemeinsam entscheiden, wie es weitergeht.

Gemeinsam mit dem Arzt abwägen

Ähnliches gilt für Früherkennungs- und Nachsorgetermine oder die Abklärung von Symptomen bei Beschwerden: Ein Anruf beim behandelnden Arzt hilft dabei, Unsicherheiten bezüglich der Dringlichkeit eines Praxisbesuchs auszuräumen. Wägen Sie gemeinsam ab, ob die Angst vor Corona so berechtigt ist, dass eine Diagnose eventuell zu spät gestellt wird oder man länger als nötig im Ungewissen bleibt. Allgemein ist zu sagen, dass notwendige Behandlungen Vorrang vor Schutzmaßnahmen in Form von Unterbrechungen und Verschiebungen haben.

Engpässe während der Therapie

Es kann auch von Seiten des behandelnden Teams aus zu Änderungen im Behandlungsplan kommen, etwa weil aufgrund der Corona-Krise Versorgungsengpässe auftreten. Um Verunsicherungen zu vermeiden und alle Fragen der Patientin zu beantworten, sollte auch in solchen Fällen im Vorfeld ein klärendes Arzt-Patienten-Gespräch stattfinden. Dabei wird genau erläutert, warum und wie lange man von einem erprobten Therapieschema abweichen kann, ohne dass Nachteile für die Patientin entstehen. Seien Sie sich darüber bewusst, dass besondere Empfehlungen während der Corona-Pandemie die aktuellen Leitlinien nicht ersetzen, sondern ergänzen sollen.
Es ist normal, dass sich in Krisenzeiten Ängste und Sorgen verstärken. Aus diesem Grund ist die fortwährende Kommunikation zwischen Patientin, Arzt und behandelndem Team während einer Brustkrebs-Erkrankung unerlässlich – auch wenn sie nicht persönlich erfolgt, sondern über Telefon oder Video.

Hinweis

Diese Empfehlungen sind weltweit zusätzlich zu den jeweiligen Leitlinien zu betrachten und sollen die aktuellen Leitlinien nicht ersetzen.