Mamma Mia! – 2. Patientenkongress

Am 3. Februar fand zum zweiten Mal der „Mamma Mia! Patientenkongress – gynäkologische Krebserkrankungen“ in Frankfurt am Main statt. Die Behandlungsmöglichkeiten für Brustkrebs erweitern sich dank der Forschung laufend. Auf dem Mamma Mia!-Kongress konnten Interessierte sich umfassend informieren.

Spezialisten führender Krebszentren aus dem Rhein-Main-Gebiet brachten sich mit Vorträgen ein und tauschten sich anschließend mit Besuchern aus. Alle nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen, die im Praxisalltag häufig zu kurz kommen. Warum ist solch ein Patientenkongress heute besonders wichtig? Wir sprachen mit Frau Schumacher-Wulf, Initiatorin des Mamma Mia!-Kongresses.

Frau Schumacher-Wulf, was waren Ihre Motive zu solch einer speziellen Veranstaltung?

Patienten brauchen fundierte Informationen, um eine Therapieentscheidung zu treffen und um mit ihrer Situation und ihrer Krankheit klar zu kommen. Dass eine solche patientenorientierte Veranstaltung besonders interessant sein kann, liegt auf der Hand. Die Patienten haben hier die Möglichkeit, sich direkt mit den Ärzten auszutauschen und erhalten Zugang zu Informationen, die auf dem neusten Stand der Forschung sind. Auf der Veranstaltung treffen sich auch viele Patienten, die schon lange über soziale Medien vernetzt sind, quasi das erste Mal leibhaftig. Wir haben die Veranstaltung gemeinsam mit dem Breast-Net Rhein-Main gemacht – einem Zusammenschluss von 15 verschiedenen onkologischen und Brustkrebs-Zentren, die gemeinsam eine Studienkooperation bilden. Sinn dieses Zusammenschlusses ist es, Patienten klinikübergreifend die Teilnahme an klinischen Studien zu ermöglichen (Mehr Infos: http://www.rhein-main-breast.net/). Mit diesem starken Partner ist es gelungen, fast 50 Referenten verschiedenster Kliniken für die Veranstaltung zu gewinnen.

Was waren aus Ihrer Sicht die Highlights des diesjährigen Kongresses? 

Es gab für jede der gynäkologischen Krebsarten ganz gezielte Informationen. Eine Frau mit metastasiertem Brustkrebs braucht ganz andere Informationen als eine Frau mit frühem Brustkrebs. Wir wissen durch den Kontakt mit den Patienten genau, was für welche Zielgruppe wichtig ist. Dazu zählen natürlich immer auch Innovationen. Was ist jetzt vielleicht neu auf dem Markt, werden neue Therapieoptionen vorgestellt?

Dann gibt es eben beispielsweise Themen für junge Frauen, wie Fertilitätserhalt. Das ist ein Thema, das in der Praxis oft untergeht. Es werden immer noch nicht alle jungen Frauen vor einer Chemotherapie darauf hingewiesen, dass es Möglichkeiten gibt, die Fruchtbarkeit zu erhalten.

Das Thema Sozialrecht betrifft alle Krebspatienten. Deutschland bietet hier viel, aber es ändert sich ständig etwas. Man muss sich gut auskennen, damit Krebs nicht schnell zur Armutsfalle wird. Wir hatten einen Referenten, der wirklich super dargestellt hat, an welcher Stelle Patienten aufpassen müssen: Gerade die Erwerbsminderungsrente, die gut ist, wenn sie sein muss, hat ihre Fallstricke. Die Behörden beraten leider nicht immer im Interesse der Patienten, sondern oft im Interesse der Solidarkasse. Ein weiteres Problem ist, dass der Patient gefühlt ein Dutzend verschiedene Ansprechpartner hat in diesem Dschungel an Sozialleistungen.

Für welche Themen interessierten sich die Besucher besonders?

Interessanterweise war das der metastasierte Brustkrebs. Für betroffene Frauen gibt es wenige Informationen oder Selbsthilfegruppen. Das ist eine Patientengruppe, die ein bisschen ein Schattendasein führt. Insgesamt bekamen wir ein sehr gutes Feedback von vielen Frauen. Sie sind total dankbar, dass es ein solches Angebot gibt. Das lag aber auch an unseren Referenten, die sehr offen waren für Diskussionen. Die Referenten haben sich wirklich Zeit genommen, mit jeder einzelnen Besucherin auch Fragen unter vier Augen zu klären. 

Planen Sie schon für kommende Events? Wie sieht die Zukunft des Patientenkongresses aus?

Wir machen auf jeden Fall in ähnlicher Form nächstes Jahr weiter. Durch das tolle Feedback fühlen wir uns dazu bestärkt. Wir überlegen, einen solchen Patientenkongress auch in anderen Städten zu veranstalten. Sobald es dazu Informationen gibt, können Interessierte diese auf der Website von Mamma Mia nachlesen.