Psychoonkologie: Sich gut fühlen hilft bei der Krankheitsbewältigung

An Krebs erkrankt nicht nur der Körper – er frisst sich häufig auch tief in die Seele. Inzwischen gibt es aber Möglichkeiten, diesen Folgen der Erkrankung zu begegnen. Gemeint ist die Psychoonkologie, deren Bedeutung innerhalb der Krebstherapie immer größer wird.

Laut einer Umfrage haben 68 Prozent der Menschen hierzulande Angst davor, an Krebs zu erkranken.  Damit ist Krebs die Krankheit, die am meisten gefürchtet wird. Unter Krebspatienten gibt es solche Umfragen zwar nicht, aber Angst spielt auch für Betroffene eine große Rolle.

Die Seele braucht Zeit und Unterstützung

Schließlich wird Krebs als Bedrohung wahrgenommen. Jeder geht mit dieser Erfahrung etwas anders um. Zeit spielt hierbei eine wichtige Rolle, da wir bedrohliche Erlebnisse mental zeitlich verzögert verarbeiten. Wenn die Angst jedoch immer mehr Raum einnimmt, die Gedanken nur noch um die Erkrankung und die Therapie kreisen und Sie Probleme haben, Ihren Alltag zu bewältigen, kann es sinnvoll sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sich das einzugestehen, ist kein Zeichen von Schwäche. Im Gegenteil: Es erfordert viel Mut, offen über Gefühle und Ängste zu sprechen.

Nur Mut: Über Gefühle und Ängste sprechen

Befragungen zufolge wünscht sich ein Drittel bis die Hälfte aller Patienten hierbei Unterstützung. Die Psychoonkologie nimmt alle seelischen Faktoren und deren Auswirkungen auf Patienten in den Blick. Sie versucht, Belastungen, die durch die Erkrankung oder die Therapie entstehen, zu lindern und gemeinsam mit Betroffenen nach Wegen zu suchen, wie sie mit der neuen Lebenssituation umgehen können. Das wichtigste Anliegen der Psychoonkologie ist es, die Lebensqualität der Patienten wiederherzustellen und zu erhalten, ihr Selbstwertgefühl zu stabilisieren und die Kontrolle über das eigene Leben zurückzugewinnen. Die Patienten sollen ihre Stärken und Fähigkeiten wiederentdecken und lernen, sie für sich zu nutzen. Fachleute sind sich darüber einig, dass dies zu einer erfolgreichen Krebstherapie gehört: Sich gut fühlen hilft bei der Krankheitsbewältigung.

Hilfe von außen: Nehmen Sie sie an!

Ihnen steht eine psychoonkologische Betreuung zu. Scheuen Sie sich nicht davor, diese in Anspruch zu nehmen. Die Kosten dafür trägt Ihre Krankenkasse. Wenn Ihnen im Laufe der medizinischen Behandlung keine psychoonkologische Unterstützung angeboten wurde, fragen Sie Ihren Arzt gezielt danach.

Eine psychoonkologische Begleitung ist heute nach den Kriterien der Deutschen Krebshilfe und der Deutschen Krebsgesellschaft in der Regel in jeder onkologischen Akut- und Nachsorgeklinik gewährleistet. Im Rahmen von Reha-Maßnahmen erhalten Patienten auch psychosoziale Hilfe. Sie dürfen sie in allen Phasen der Erkrankung – sei es nach der Diagnosestellung, während und nach der Therapie, beim Wiedereinstieg in den Alltag oder bei einem Rückfall – in Anspruch nehmen.

Hilfen & Links

Krebsinformationsdienst | Wegweiser Psychoonkologen
https://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/adressen/psychoonkologen.php

Krebsratgeber | Wie finde ich einen  Psychoonkologen?
https://www.krebsratgeber.de/artikel/wie-finde-ich-einen-psychoonkologen

Krebsratgeber | Was ist und bietet die Psychoonkologie?
https://www.krebsratgeber.de/artikel/was-ist-und-bietet-die-psychoonkologie