Sport bei Brustkrebs – der "Personal Trainer" zum Mitnehmen

Wir alle bewegen uns viel zu wenig. Gemäß der Empfehlungen der WHO sollten wir Inaktivität vermeiden und mindestens dreimal in der Woche Sport treiben. Was für nicht Erkrankte gilt, gilt erst recht für Brustkrebspatientinnen.

In den ersten Tagen nach der Diagnose „Krebs“ mögen andere Dinge wichtiger sein. Aber gerade für die mentale Bewältigung der Diagnose kann ein leichtes Training einen wertvollen Beitrag leisten. Das Training erhöht die allgemeine Lebensqualität und wirkt stabilisierend auf unser mentales und körperliches Wohlbefinden. Früher wurde Brustkrebspatientinnen Ruhe und Schonung empfohlen. Heute geht die Wissenschaft davon aus, dass körperliche Aktivität und Bewegung bei Krebs die Begleiterscheinungen einer Chemo- oder einer antihormonellen Therapie lindern können. Die positive Wirkung auf Fatigue (Erschöpfung) im Zusammenhang mit Krebs ist ebenfalls nachgewiesen.

Björn Widemann

Björn Widemann ist studierter Sportökonom. Bevor er sich mit seinem Bewegungstraining selbstständig machte, war er als Berater für innovative Sportprogramme bei einer Versicherungsgesellschaft verantwortlich. 

Individuell abgestimmtes Bewegungstraining ist optimal

An dieser Stelle setzt das Bewegungstraining des Sportökonomen Björn Widemann an. Zusammen mit der Krebssporttherapeutin Steffi Rogge hat er ein speziell auf Brustkrebspatientinnen zugeschnittenes Kräftigungs- und Bewegungstraining entwickelt: https://www.hoerdichfit.de/. Das Training kann nach der Diagnose therapiebegleitend beginnen. Patientinnen vertragen die Krebstherapie oft besser, wenn sie ein regelmäßiges Bewegungstraining absolvieren und nicht erst bis zur Rehabilitationsmaßnahme warten. Nur die ersten vier bis sechs Wochen nach einer Brust-OP sollten abgewartet werden. Dann aber ist es sinnvoll, ein leichtes Training aufzunehmen, auch um Verklebungen des Narbengewebes zu vermeiden. Regelmäßige Spaziergänge im Alltag unterstützen den positiven Trainings-Effekt. 

Der eigene Personal Trainer für Zuhause

Der Einstieg ins Training ist bewusst niedrigschwellig gehalten: Keine Anfahrt, keine Termine, keine Geräte. Es wird nur mit dem eigenen Körpergewicht gearbeitet. Darum eignet sich das Programm vor allem für Frauen, die lieber zuhause trainieren möchten oder keine geeigneten Sportgruppen in ihrer Nähe haben. Da das Programm sprachgeführt ist, benötigt die Patientin nur Smartphone und Kopfhörer, um sich ganz auf ihre Übungen konzentrieren zu können. Videos zu jeder Übung sind aber auch vorhanden. Das Programm funktioniert wie eine Art Personal Trainer. Vor dem ersten Training steht Steffi Rogge für ein Eingangsgespräch zur Verfügung. Der Kurs dauert acht Wochen mit jeweils einer Übungseinheit pro Woche. Jede Einheit gliedert sich in drei Teile: Aufwärm-, Trainings- und Dehnphase zum Ausklingen. Der Internetzugang ist insgesamt für drei Monate freigeschaltet. Zurzeit wird der Kurs noch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Daran wird aber gearbeitet.