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Wenn Brustkrebs wiederkommt

Die Angst vor einem Rückfall ist für Brustkrebspatientinnen ein ständiger Begleiter. Das Wiederauftreten der Erkrankung zieht Betroffenen und ihren Angehörigen den Boden unter den Füßen weg. Doch auch wenn Brustkrebs wiederkommt, gibt es viele Behandlungsmöglichkeiten. 

Werde ich gesund bleiben? – Angelika, Diagnose 2011

Der Begriff Rezidiv leitet sich vom lateinischen Verb „recidere“ (zurückfallen) ab und bezeichnet das Wiederauftreten einer Erkrankung nach einer symptomfreien Phase. Das Erscheinungsbild eines Rezidivs ist vielfältig. Oft tritt der Tumor erneut in der bereits betroffenen Brust auf. Bei anderen Frauen haben freie Tumorzellen des ursprünglichen Tumors an anderen Stellen des Körpers Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet. Für die weitere Behandlung ist die Form des vorliegenden Rezidivs ausschlaggebend.

Das lokale Rezidiv oder lokoregionale Rezidiv liegt vor, wenn ein Tumor entweder in der gleichen Brust oder im direkten Umfeld auftritt, wie der Tumor der Ersterkrankung. Ist der Tumor örtlich begrenzt, bestehen grundsätzlich Chancen auf eine langfristige Heilung, genau wie bei der Erstbehandlung. Ziel der Behandlung ist es, den Tumor vollständig zu entfernen.

Über die Broschüre

Metastasierter Brustkrebs stellt eine besondere Herausforderung dar. Für Sie als Patientinnen, aber auch für Ihr gesamtes Umfeld. Auch Partner, Kinder oder gute Freunde haben ihre ganz eigenen Fragen und Ängste. Die neue Broschüre „Metastasierter Brustkrebs – Informationen für Patientinnen und Angehörige“ enthält ausführliche Informationen zur Therapie und zum Leben mit der Erkrankung. Interviews mit Experten und Betroffenen sowie Porträts von Patienten und Angehörigen vermitteln lebensnah, was metastasierter Brustkrebs bedeutet. Das Besondere: Eine „Broschüre in der Broschüre“ richtet sich speziell an Angehörige und Freunde.

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Hat der Tumor bereits Tochtergeschwülste oder Fernmetastasen im Körper gebildet, spricht der Mediziner von metastasiertem Brustkrebs. Häufig bilden sich Metastasen in den Knochen, aber auch Organe wie Lunge, Leber und Gehirn können betroffen sein. Am deutlichsten äußert sich diese Form des Rezidivs durch Schmerzen in den betroffenen Körperbereichen. Durch moderne medikamentöse Therapien können Tumorwachstum und Beschwerden der Patientinnen oft viele Jahre kontrolliert werden. Eine Heilung bei metastasiertem Brustkrebs ist jedoch nur in wenigen Ausnahmefällen möglich. Die Brustkrebserkrankung wird zu einer chronischen Erkrankung. Die Behandlungen haben dann zum Ziel, die Metastasen zu kontrollieren und die Lebensqualität der Patientin so lange wie möglich zu erhalten. 


Ein Rückfall nach vielen Jahren – Barbara, Diagnose 1989

Manchmal wird Brustkrebs erst entdeckt, wenn sich bereits Metastasen gebildet haben. Auch wenn es sich um eine Ersterkrankung handelt, so gelten für diese Form der Erkrankung die Behandlungsempfehlungen für fortgeschrittenen metastasierten Brustkrebs.  

Diagnose
Manche Frauen sind nach einer überstandenen Brustkrebserkrankung besonders aufmerksam und bemerken körperliche Veränderungen selbst, bei anderen wird ein Brustkrebsrückfall im Rahmen der Nachsorgeuntersuchung festgestellt. Wie auch bei der Ersterkrankung erfolgt die Diagnosestellung mithilfe verschiedener Methoden. Um die Ausbreitung des Rezidivs abschätzen zu können, werden in der Regel Untersuchungsmethoden wie Computertomografie, Knochenszintigrafie und Ultraschalluntersuchung innerer Organe, zum Beispiel der Leber, angewendet. So können auch Metastasen in anderen Organen festgestellt werden.

Auch eine erhöhte Konzentration von Tumormarkern kann einen Hinweis auf eine erneute Krebserkrankung liefern. Tumormarker sind körpereigene Substanzen, die entweder vom Tumor selbst oder vom Körper als Reaktion auf das Vorhandensein einer Krebserkrankung gebildet werden. Wichtig ist nicht ein einmalig gemessener Wert, sondern der Verlauf, also der Vergleich des aktuellen Wertes mit bereits gewonnenen Daten. Ein erhöhter Wert kann jedoch auch auf eine Entzündung im Körper zurückzuführen sein. Tumormarker allein erlauben somit keine Diagnose, doch können sie während und nach der Therapie helfen, den Verlauf der Erkrankung besser zu beurteilen.

Behandlung
Die Behandlung eines Brustkrebsrückfalls richtet sich nach der vorliegenden Form des Rezidivs, dem Stadium der Erkrankung und den Tumoreigenschaften. Bei einem lokalen Rezidiv wird immer versucht, das Tumorgewebe zunächst operativ zu entfernen (sofern Größe und Lage des Tumors dies zulassen). Im Anschluss werden Chemo-, Strahlen-, Antihormon- bzw. Antikörpertherapie wie bei der Ersterkrankung in Erwägung gezogen und aufeinander abgestimmt.

Prof. Dr. Andreas Schneeweiß zur Therapie beim fortgeschrittenen Brustkrebs

Oberstes Behandlungsziel bei metastasiertem Brustkrebs ist es, die Ausbreitung von Metastasen in lebensnotwendige Organe zu verhindern und dabei die Lebensqualität der Patientin zu erhalten. Sind Tochtergeschwülste in der Leber, der Lunge oder anderen inneren Organen aufgetreten, können diese nur selten operativ entfernt werden. Die histologischen Merkmale der Metastasen können sich von der des Primärtumors deutlich unterscheiden. Dies ist bei etwa 15 Prozent aller Brustkrebsmetastasen der Fall. Deshalb kann, wenn möglich, aus dem betroffenen Organ eine Gewebeprobe entnommen und eine erneute Biopsie durchgeführt. Erst nach dem Ergebnis der pathologischen Untersuchung kann die Therapieplanung erfolgen. Doch auch dann sollten keine übereilten Entscheidungen getroffen werden. Das Hinzuziehen einer zweiten ärztlichen Meinung gibt bei einem erneuten Therapiebeginn Sicherheit. Auch ein Psychoonkologe kann Unterstützung bieten. In diesem Stadium ist jedoch in der Regel eine systemische, auf den ganzen Körper wirkende Therapie notwendig. Wichtig ist hierbei, dass die Nebenwirkungen so gering wie möglich gehalten werden. Deshalb werden häufig verträglichere Therapien gewählt. Ergänzend dazu können einzelne Metastasen gezielt mit weiteren Maßnahmen behandelt werden, die die Haupttherapie unterstützen: Bei Knochenmetastasen bietet sich die Behandlung mit Bisphosphonaten oder Antikörpern an. Diese hemmen den Knochenabbau und verbessern die Knochensubstanz.

„Die Antikörper spielen heute eine große Rolle beim metastasierten Mammakarzinom. Wir wissen, dass die Antikörpertherapie auch in der Primärbehandlung von besonderer Bedeutung ist. Daher ist es ganz wichtig, vor der Therapie den HER2/neu-Status zu bestimmen. Wenn dieser positiv ist, geben wir immer Antikörper mit dazu.“

Prof. Dr. med. Nadia Harbeck