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Brustkrebs - Ein Überblick

Etwa eine von acht Frauen in Deutschland erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Damit ist Brustkrebs hierzulande die häufigste Krebserkrankung der Frau. Gleichzeitig sind die Heilungschancen im Vergleich zu anderen Krebsarten besonders gut.

Die Bezeichnung Krebs steht allgemein für bösartige Tumorerkrankungen, die mit einem vermehrten, oftmals unkontrollierten Gewebewachstum einhergehen. Die bösartige Tumorerkrankung der Brust wird als Brustkrebs oder Mammakarzinom bezeichnet. Insgesamt erkranken in Deutschland jährlich etwa 70.000 Frauen an Brustkrebs.

„Ich habe Krebs.” – Aussprechen, was schwerfällt – Angelika, Diagnose 2011

Als Tumor kann im weitesten Sinne eine Zunahme des Volumens von Gewebe verstanden werden. Im engeren Sinne handelt es sich um eine Geschwulst, die aus unkontrolliert wachsenden, körpereigenen Zellen entstanden ist. Tumore können gutartig (benigne) oder bösartig (maligne) sein. Charakteristisch für bösartige Tumoren ist, dass sie das umgebende Gewebe durchdringen und dort die örtlichen Strukturen zerstören.

Infografik Die weibliche Brust
Die weibliche Brust

Die weibliche Brust (lateinisch: mamma) besteht hauptsächlich aus Fett- und Bindegewebe. Darin eingebettet liegt das milchproduzierende Drüsengewebe. Dieses setzt sich aus mehreren Drüsenlappen (lateinisch: lobuli) sowie zur Brustwarze führenden Milchgängen (lateinisch: ducti) zusammen. Stützendes Bindegewebe gibt der Brust ihren Halt und verleiht ihr ihre äußere Form. Neben Blutgefäßen durchziehen auch Lymphgefäße die Brust. Sie sind das Herzstück des Immunsystems und transportieren Gewebeflüssigkeit, die sogenannte Lymphe. Die Lymphe enthält neben weißen Blutkörperchen auch Abbauprodukte des Zellstoffwechsels wie Eiweiße und Fette. Die Lymphknoten, in denen die Lymphgefäße zusammenlaufen, dienen als Wachstationen. Dort wird die Lymphe gereinigt und von Krankheitserregern und Zelltrümmern befreit. Wichtige Gruppen von Lymphknoten der Brust befinden sich unter anderem in den Achselhöhlen, ober- und unterhalb des Schlüsselbeins und hinter dem Brustbein.

Brustkrebsarten
  • 70 – 80% der Brustkrebsarten entstehen in den Milchgängen (duktales Mammakarzinom)
  • 10 – 15% der Brustkrebsarten entstehen in den Drüsenlappen (lobuläres Mammakarzinom)

Der Ursprung von Brustkrebs kann entweder von den Zellen der Milchgänge (ductales Mammakarzinom) oder von den Zellen der Drüsenlappen (lobuläres Mammakarzinom) ausgehen. Am häufigsten entsteht Brustkrebs aus den Zellen der Milchgänge.

Brustkrebs kann dabei invasiv oder nicht-invasiv sein: Ein invasives Mammakarzinom zeichnet sich dadurch aus, dass Krebszellen bereits in das umgebende Gewebe eingedrungen sind.

Bei einem nicht-invasiven Brustkrebs handelt es sich um einen lokal beschränkten Tumor, der sich noch vollständig innerhalb des Ausgangsgewebes befindet. Im Gegensatz zu „richtigen“ Krebszellen fehlt den betroffenen veränderten Zellen aber die zerstörerische Eigenschaft: Sie dringen nicht in das umgebende Gewebe ein. Die nicht-invasiven Brustkrebsarten lassen sich anhand ihres Ursprungs unterteilen: Das duktale Carcinoma in situ (DCIS) entsteht aus Zellen der Milchgänge; das lobuläre Carcinoma in situ (LCIS) aus Zellen der Drüsenlappen.

Das DCIS weist schon viele für Brustkrebs typische Veränderungen auf. Das Risiko, in Folge eines DCIS an einem invasiven Brustkrebs zu erkranken, ist im Vergleich zu anderen Vorstufen deutlich erhöht: Bei vielen Frauen geht das DCIS in eine invasive Krebserkrankung über. Daher wird empfohlen, ein DCIS in jedem Fall zu behandeln, auch wenn das für etliche Frauen eine nicht notwendige Behandlung bedeuten kann.

0 Männer in Deutschland erkrankten 2012 an Brustkrebs

Quelle: rki.de

Etwa ein Prozent aller Brustkrebsdiagnosen betreffen Männer. Brustkrebs ist oft ein Tabuthema, da diese Erkrankung als typische Frauenkrankheit gilt. Männer achten oft nicht auf Veränderungen in der Brust, da sie sich meist nicht bewusst sind, dass sie an Brustkrebs erkranken können. Symptome, wie eine veränderte oder entzündete Brustwarze, Knoten oder Verhärtungen und vergrößerte Lymphknoten in der Achselhöhle, sollten Männer auf jeden Fall zunächst mit ihrem Hausarzt oder einem Facharzt für Innere Medizin besprechen. Da die Untersuchungen und Therapien sich nicht von denen der Frauen unterscheiden, werden Männer aber im Laufe der Behandlung häufig an ein Brustzentrum überwiesen. Die Ursachen für Brustkrebs bei Männern sind genauso unklar wie bei Frauen. Ein Ungleichgewicht der beiden Geschlechtshormone Testosteron und Östrogen oder eine erbliche Belastung sind mögliche Faktoren, die bei der Brustkrebsentstehung beim Mann eine wichtige Rolle spielen. Hilfreiche Informationen und Unterstützung finden Männer im Netzwerk „Männer mit Brustkrebs“

„Wir wissen nicht, woher die Erkrankung kommt. Ein Problem stellen sicher die Lebensumstände in der westlichen Welt dar. Schließlich kommen Brustkrebserkrankungen hier deutlich häufiger vor.“

Prof. Dr. med. Ulrike Nitz

Die eigentlichen Ursachen von Brustkrebs sind nicht bekannt. Viele Faktoren, wie etwa hormonelle Veränderungen, Lebensgewohnheiten oder Umwelteinflüsse, spielen bei der Entstehung der Erkrankung eine Rolle. Auch genetische Risikofaktoren stehen immer mehr im Fokus der Wissenschaft. Das Wichtigste für eine gute Prognose der Erkrankung ist das rechtzeitige Erkennen und Behandeln des Tumors.

Die Heilungsprognose bei Brustkrebs hat sich durch eine Vielzahl an frühzeitigen Diagnosemethoden und verfügbaren Therapien erheblich verbessert. Besonders deutlich zeigt sich die positive Entwicklung im Vergleich zu den Überlebensaussichten von Patienten der 1980er Jahre. Brustkrebs gehört außerdem zu den bestuntersuchten Krebserkrankungen. Die zahlreichen Brustzentren bundesweit zeichnen sich durch ein hohes Maß an Qualität aus und ermöglichen eine optimale Brustkrebsversorgung von der Diagnostik bis zur Nachsorge. 

„Wir können heute wahrscheinlich von 100 Frauen, die mit der Ersterkrankung kommen, 70 bis 80 heilen. Das Problem ist, dass wir das der einzelnen Patientin nicht versprechen können.“

Prof. Dr. med. Nadia Harbeck