Ernährung

Die Frage nach der richtigen Ernährung stellt sich fast jede Brustkrebspatientin irgendwann im Laufe ihrer Behandlung. Wichtig ist, dass es keine Brustkrebsdiät gibt und richtig ist, was schmeckt. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung. Hier finden Sie neben allgemeinen Tipps rund ums Essen und leckeren Rezepten auch Informationen zum Thema Ernährung und aktuelle Trends.

Die Ernährung langfristig umstellen

Eine Diät, also der strikte Verzicht auf bestimmte Lebensmittel über einen längeren Zeitraum, ist oft nur vorübergehend erfolgreich und auch nur bedingt gesund. Die eine „richtige“ Krebsdiät gibt es zudem nicht. Wichtig ist vielmehr, gut auf seinen Körper zu achten und ihn mit gesunden Nährstoffen zu versorgen. Ein abwechslungsreicher Speiseplan, vielfältige Zutaten und Freude beim Kochen dienen einer bewussten und langfristig gesunden Ernährung. Geben Sie Ihrem Körper und auch Ihren Kochgewohnheiten Zeit, sich auf eine gesunde und vielseitige Ernährung umzustellen.

Ernährungsberatung

Wer sich bei der Ernährungsumstellung professionell begleiten lässt, erhöht seine Chancen für eine dauerhafte Veränderung. Ernährungs- oder Kochkurse können hier eine gute Hilfestellung bieten. In einer professionellen Beratung können auch individuelle Essenspläne aufgestellt oder Ernährungsirrtümer erkannt werden. Wenn Sie Interesse an einer Ernährungsberatung haben, sollten Sie Ihren Hausarzt ansprechen und sich mit Ihrer Krankenkasse in Verbindung setzen. Denn bei Krebspatienten besteht im Normalfall Anspruch auf eine professionelle Ernährungsberatung.

Nährstoffe und ihre Wirkung

  • Kohlenhydrate liefern viel Energie. Bei einem erhöhten Energiebedarf eignen sich Kohlenhydrate gut für «zwischendurch».

  • Ballaststoffe sind in Obst, Getreide, Kartoffeln, Gemüse und Hülsenfrüchten enthalten. Sie tragen zur Darmgesundheit und der Entsorgung körpereigener «Abfallprodukte» bei.

  • Eine gesteigerte Fettaufnahme sollte mit einer ausreichenden Ballaststoffzufuhr einhergehen. Die Qualität der Fette ist außerdem entscheidend.

  • Fischöle können das Wachstum bestimmter Tumoren hemmen, Entzündungen lindern und das Immunsystem stärken.

  • Eiweiß ist für die Funktion der Körperzellen unverzichtbar. Wichtige Eiweißlieferanten sind Fisch, Eier, Milch, Milchprodukte und Fleisch (tierische Eiweiße) sowie Hülsenfrüchte und Getreide (pflanzliche Eiweiße).

  • Vitamin C und Vitamin E sind Radikalfänger und stärken das Immunsystem.

    Vitamin C ist in vielen Obst- und Gemüsesorten enthalten. Vitamin E ist Bestandteil pflanzlicher Öle und Nüsse. Carotinoide und Vitamin A sind zudem für das zelluläre Wachstum und die Regenerierung von Schleimhäuten während der Chemo- oder Strahlentherapie wichtig.

  • Selen schützt vor zellschädigendem Stress. Es verbessert die immunologischen Abwehrmechanismen.

    Generell haben Vollkornprodukte einen hohen Selengehalt.

  • Eine ausreichende Versorgung mit Trinkflüssigkeit ist von großer Bedeutung für die Verträglichkeit der Therapien (z. B. Chemotherapie). Diese werden vom Wasserhaushalt des Körpers mit beeinflusst.

    Der Tagesbedarf beträgt ca. 1,5–2 l Trinkflüssigkeit.

Essen für die Seele

Essen ist wichtig für unsere Lebensqualität und Zufriedenheit. Auch bei einer Brustkrebserkrankung ist der Effekt von Genuss und geselligem Beisammensein beim Essen von unschätzbarem Wert für Körper und Geist. Sie sollten nichts essen, was Ihnen nicht schmeckt, nur weil es gesund ist. Finden Sie für sich heraus, welche Lebensmittel zwar gesund sind, Ihnen aber auch wirklich gut schmecken. Besonders die mediterrane Küche bietet viele gesunde, aber auch schmackhafte Rezeptideen. Auch die thailändische Küche liefert durch die Verwendung vieler verschiedener Gewürze, Kräuter und Gemüsesorten köstliche und nahrhafte Speisen. Begeben Sie sich auf kulinarische Entdeckungsreise.

Ernährungstipps auf einen Blick

Appetitlosigkeit

  • Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilen
  • Geruchsarme, mild gewürzte Speisen bevorzugen
  • Energiereiche Getränke in den Speiseplan integrieren
  • Sehr fette oder sehr süße Speisen vermeiden

Kau- und Schluckbeschwerden und Mundtrockenheit

  • Weiche, dickflüssige oder pürierte Kost essen
  • Mundspülungen mit Salbeitee oder mit einer Kochsalzlösung anwenden
  • Zur Anregung des Speichelflusses Pfefferminztee trinken oder gekühltes Obst essen
  • Stark gewürzte und säurehaltige Speisen/Getränke meiden
  • Schleimbildende Produkte wie Milch ersetzen durch Sauermilchprodukte

Übelkeit, Erbrechen und Völlegefühl

  • Zwischendurch trockene, stärkehaltige, salzige Lebensmittel essen
  • Nach Erbrechen den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust ausgleichen
  • In kleinen Schlucken trinken
  • Kühle und kalte Getränke wählen
  • Übermäßig süße, fette, blähende und stark gewürzte Speisen meiden
  • Nach dem Essen den Oberkörper hochlagern

Geschmacksstörungen

  • Den Mund vor Mahlzeiten zunächst ausspülen
  • Fleisch mit leicht süßlichen Marinaden oder milden Saucen zubereiten
  • Sehr süße oder bittere Zutaten meiden
  • Bei metallischem Geschmack lieber Plastikbesteck verwenden
Ernährungsberaterin Silke Zur

Leckere Rezepte und Ernährungstipps

Viermal im Jahr stellt Ihnen Silke Zur leckere Rezepte vor und gibt Ernährungstipps rund um die Krebstherapie – auch um den Umgang mit Nebenwirkungen zu erleichtern. Viel Spaß beim Nachkochen!