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Geschenke für Brustkrebspatientinnen

Einer Frau mit Brustkrebs eine Freude zu machen, kann ganz einfach sein. Oft sind es die kleinen Dinge, wie das Zuhören bei einer Tasse Tee oder der kurze Einkauf, die guttun und ein Zeichen der Freundschaft setzen. Manchmal ist der Schenkende aber auch verunsichert. Die Angst, etwas falsch zu machen oder der Mangel an originellen Ideen stehen ihm im Weg. Was sagen eigentlich Brustkrebspatientinnen selbst zu Geschenkideen? 

Der eine sucht ein Mitbringsel für den Krankenhausbesuch, der andere ein Geburtstagsgeschenk, der nächste möchte gern regelmäßig im Haushalt entlasten – aber es fehlt noch die richtige Idee oder die originelle Art eine kleine Aufmerksamkeit zu „verpacken“. Wer schenkt, möchte etwas geben – egal ob materiell oder immateriell. Beide Kategorien von Geschenken können auf ihre Art und Weise passend sein, je nachdem, was die Person gerade am meisten benötigt.

Bei Krebspatientinnen kann es helfen, sich genau nach diesem Bedürfnis vorab zu erkundigen und die Person mit einzubeziehen. Überraschungen sind toll, aber vielleicht möchte die Beschenkte lieber vor einem Besuch gefragt werden, ob es ihr passt. Oder sie hat genaue Vorstellungen, welches Mitbringsel aus dem Drogeriemarkt ihr gerade fehlt. Auch eine Unternehmung kann eine Brustkrebspatientin vom Therapiealltag ablenken. Klären Sie jedoch vorher ab, was machbar ist und was nicht. Schweigen ist Silber, Reden ist Gold.

Geschenke – ein Symbol der Wertschätzung

Schenken hat etwas mit Empathie zu tun. Erst wenn wir uns in den Beschenkten hineinversetzen, können wir eine Freude machen, die wirklich ankommt. Nicole beschreibt den Wert der Zeitgeschenke und die Bedingungslosigkeit des Schenkens.

„Geschenke stehen als Symbol für Freundschaft und Zuneigung. Ein Geschenk verbindet Menschen miteinander und soll ausdrücken, dass man den Beschenkten wertschätzt. Die Kunst des Schenkens liegt darin, für die Beschenkte das richtige auszuwählen, ohne dass es an eine Bedingung geknüpft ist. Je emphatischer ein Geschenk ausgewählt wurde, umso wertvoller ist dieses für die Beschenkte.

Die wichtigsten Geschenke, die man einer Brustkrebspatientin machen kann, sind Zeitgeschenke! Das kann die Begleitung zu einem Arztgespräch oder der Chemotherapie sein, wenn erwünscht, oder aber die Unterstützung in Alltagsdingen wie zum Beispiel die Übernahme von Erledigungen oder die Betreuung von Kindern, damit eine Mutter einmal die Gelegenheit erhält, sich von der anstrengenden Therapie zu erholen.

Erwarten Sie bitte nicht bei jedem Geschenk umgehend eine Antwort. Viele Frauen sind ab einem Zeitpunkt der Therapien sehr müde und ziehen sich von ihrem Umfeld zurück. Aber seien Sie sicher, dass jede Aufmerksamkeit, jede Zeile, Freude schenkt!

Meine Tipps, wie man einer Brustkrebspatientin eine besondere Freude machen kann:

  • „Mutmachkarten“
  • Selbstgemachtes unterschiedlichster Art
  • Hör-CDs
  • Ein Abo für die Lieblingszeitschrift
  • Symbole-Geschenke wie ein Schmuckstück oder ein Schutzengel
  • Eine weiche Mütze oder ein schönes Tuch
  • Ein Herzkissen oder Kuschelsocken für Sofa- und Klinikzeiten
  • Kleine Reisen als „Mut-Anker“

Ein gutes Buch ist besser als jeder Ratgeber

Ulla weiß: Wenn eine Brustkrebspatientin Informationen benötigt, besorgt sie sie sich. „Ratgeberliteratur“ ist nicht immer angebracht. Was hingegen wirklich Freude bereitet, ist das Buch der Lieblingsautorin. Denn damit schenkt man einfach ein paar schöne Lesemomente.

„Geschenke sind immer ein Ausdruck von Zuneigung, Verbundenheit und Freundschaft. Außerdem sind Geschenke für Krebspatientinnen eher anlasslos. Niemand hat Geburtstag, und Weihnachten ist lange vorbei. Krebskranken Freundinnen, Tanten, Schwägerinnen bringt man etwas mit, um zu zeigen: „Ich denke an dich, ich mache mir Sorgen, ich möchte, dass du dich ein bisschen besser fühlst, ich bin für dich da.“

Zuerst sollte man überlegen, was die Betroffene gerne mag. Ist sie eine große Blumenfreundin, dann erfreut sie sich an einem besonders schönen Strauß. Wenn die Freundin, Mutter oder Schwester jedoch derzeit ein stark geschwächtes Immunsystem hat, sollten Sie vorab klären, ob sie gerade frische Blumen in der Wohnung stehen haben darf.

Liest sie gern und hat auch während der Therapie den Kopf frei fürs Lesen, dann empfiehlt sich das neueste Buch des Lieblingsautors. Vielleicht wartet sie noch auf die Taschenbuchausgabe. Wie schön ist es dann, als Geschenk die hochwertige gebundene Ausgabe in der Hand zu halten. Von „Krebsbüchern“ rate ich jedoch ab. Oft enthalten diese wissenschaftlich fundierte, teils schwer verständliche Texte. Auch zeigen sie oft nüchtern die Prognosen auf. Wer das als Kranke für sich wissen will, besorgt sich diese Sachbücher selbst. Vorsichtig sein sollte man mit Ratgeber- und Lebenshilfebüchern. Nicht immer trifft man damit den Geschmack oder das Bedürfnis einer Patientin.

Zu den besten Geschenken zählt für mich eine schöne Kuscheldecke. Wie oft liegt man therapiebedingt erschöpft und fröstelnd auf dem Sofa – auch tagsüber. Ich habe noch heute meine kleine graue Kaschmirdecke. Die hatte ich mir während meiner Chemotherapie selbst gekauft. Auf diese gute Idee war niemand gekommen.

Meine Favoriten der immateriellen Geschenke sind:

  • Wäsche machen (abholen, gewaschen und gebügelt zurückbringen)
  • Die Kinder nehmen, vor allem bei Therapie-Terminen – aber gern auch regelmäßig: jede Woche oder alle zwei Wochen. Zoo, Schwimmbad, Spielplatz, Übernachten, Playdates mit eigenen Kindern

Damit diese wertvolle Unterstützung nicht als eine mit Sternchen liebevoll dekorierte Karte liegen bleibt, sollte man gleich den Terminkalender zücken und Nägel mit Köpfen machen: „Wann hast du die nächsten Chemotherapie? Soll ich dich fahren oder soll ich lieber die Kinder nehmen? Wann kann ich deinen Großeinkauf machen?“

Gemeinsam spazieren gehen – so wie es gerade klappt

Jeder Tag ist anders. Aber frische Luft tut immer gut. Wie schön, wenn einen jemand begleitet und sich dabei an die körperliche Verfassung einer Patientin anpasst. Auch Worte können ein Geschenk sein – wenn sie Zuversicht und Mut für die Zukunft spenden, weiß Renate aus eigener Erfahrung.

„Geschenke wie Zeit, Zuwendung und Empathie sind verständlicherweise von unschätzbarem Wert.
Da es während Chemotherapie und Bestrahlung wichtig ist, sich täglich draußen zu bewegen, um unter anderem genügend Sauerstoff zu tanken, war ich persönlich dankbar für zahlreiche  Begleiterinnen und Begleiter bei Spaziergängen. Gut war es, die Strecke an meinen Fitnessstand anzupassen: im Park mit vielen Bänken, wenn es nicht so gut ging oder zügiger mit ein bisschen Steigung, wenn das möglich war.

Sehr dankbar war ich auch für die richtigen Worte. Das ist individuell sehr unterschiedlich. Aber das Zukunftsweisende ist denke ich immer gut: Es hilft, über gemeinsame Vorhaben oder Pläne zu sprechen.“

Shoppen oder zusammen ins Kino

Gerade in der Zeit nach der Diagnose haben kleine Wohlfühl-Geschenke eine tröstende Wirkung. Eva rät dazu, die Betroffene konkret zu fragen, was ihr gerade guttut. Das kann ein hochwertiges Pflegeprodukt sein, eine Shoppingtour oder der Besuch einer Wellnesslandschaft.

„Die Welt steht erst einmal Kopf, wenn sich die Diagnose Krebs wie ein Schatten über das Leben legt. In solchen Momenten sind kleine Lichtblicke von unschätzbarem Wert. Wie schön ist es dann, wenn Familie und Freunde unterstützend da sind und sich vielleicht auch die eine oder andere Überraschung überlegen. Seelische Unterstützung ist in dieser Lebensphase dringend nötig. Wie wäre es also mit einem Gutschein für die Begleitung zur nächsten Chemotherapie? Oder den Shoppingbummel danach? Vielleicht auch einfach für gemeinsame Zeit im Restaurant, Kino oder Wellnesstempel?
Apropos Wellness: Sich selbst verwöhnen, entspannen und wohlfühlen kann Wunder bewirken. Hier helfen schöne Pflegeprodukte (auf natürliche Inhaltsstoffe achten), entspannende Tees oder vielleicht sogar ein Gutschein für eine  wohltuende Massage. Überhaupt ist es eine schöne Idee, sich um das leibliche Wohlergehen einer Patientin zu kümmern: Welche ausgewählten Leckereien tun der Freundin gerade gut? Was würde sie sich aber vielleicht momentan nicht selbst im Feinkostladen kaufen? Vielleicht können Sie als Schenkende ihr wieder ein bisschen Appetit auf die Lieblingsschokolade und Lust auf eine Tasse wärmenden Gewürztee machen. 
Wer sich nicht sicher ist und nichts falsch machen möchte, kann auch einfach nachfragen.  „Kann ich Dir etwas Gutes tun?“ kommt bestimmt immer gut an.“