Ein gutes Buch ist besser als jeder Ratgeber

Ulla weiß: Wenn eine Brustkrebspatientin Informationen benötigt, besorgt sie sie sich. „Ratgeberliteratur“ ist nicht immer angebracht. Was hingegen wirklich Freude bereitet, ist das Buch der Lieblingsautorin. Denn damit schenkt man einfach ein paar schöne Lesemomente.

„Geschenke sind immer ein Ausdruck von Zuneigung, Verbundenheit und Freundschaft. Außerdem sind Geschenke für Krebspatientinnen eher anlasslos. Niemand hat Geburtstag, und Weihnachten ist lange vorbei. Krebskranken Freundinnen, Tanten, Schwägerinnen bringt man etwas mit, um zu zeigen: „Ich denke an dich, ich mache mir Sorgen, ich möchte, dass du dich ein bisschen besser fühlst, ich bin für dich da.“

Zuerst sollte man überlegen, was die Betroffene gerne mag. Ist sie eine große Blumenfreundin, dann erfreut sie sich an einem besonders schönen Strauß. Wenn die Freundin, Mutter oder Schwester jedoch derzeit ein stark geschwächtes Immunsystem hat, sollten Sie vorab klären, ob sie gerade frische Blumen in der Wohnung stehen haben darf.

Liest sie gern und hat auch während der Therapie den Kopf frei fürs Lesen, dann empfiehlt sich das neueste Buch des Lieblingsautors. Vielleicht wartet sie noch auf die Taschenbuchausgabe. Wie schön ist es dann, als Geschenk die hochwertige gebundene Ausgabe in der Hand zu halten. Von „Krebsbüchern“ rate ich jedoch ab. Oft enthalten diese wissenschaftlich fundierte, teils schwer verständliche Texte. Auch zeigen sie oft nüchtern die Prognosen auf. Wer das als Kranke für sich wissen will, besorgt sich diese Sachbücher selbst. Vorsichtig sein sollte man mit Ratgeber- und Lebenshilfebüchern. Nicht immer trifft man damit den Geschmack oder das Bedürfnis einer Patientin.

Zu den besten Geschenken zählt für mich eine schöne Kuscheldecke. Wie oft liegt man therapiebedingt erschöpft und fröstelnd auf dem Sofa – auch tagsüber. Ich habe noch heute meine kleine graue Kaschmirdecke. Die hatte ich mir während meiner Chemotherapie selbst gekauft. Auf diese gute Idee war niemand gekommen.

Meine Favoriten der immateriellen Geschenke sind:

  • Wäsche machen (abholen, gewaschen und gebügelt zurückbringen)
  • Die Kinder nehmen, vor allem bei Therapie-Terminen – aber gern auch regelmäßig: jede Woche oder alle zwei Wochen. Zoo, Schwimmbad, Spielplatz, Übernachten, Playdates mit eigenen Kindern

Damit diese wertvolle Unterstützung nicht als eine mit Sternchen liebevoll dekorierte Karte liegen bleibt, sollte man gleich den Terminkalender zücken und Nägel mit Köpfen machen: „Wann hast du die nächsten Chemotherapie? Soll ich dich fahren oder soll ich lieber die Kinder nehmen? Wann kann ich deinen Großeinkauf machen?“