„Ich habe selber entschieden, wann meine Haare weg sind und nicht gewartet, bis die Chemo oder der Krebs entscheidet."

Du machst mich jetzt nicht fertig, Krebs!

Jenny im Interview

Jenny hat wache blaue Augen und ein hübsches Gesicht. Sie lacht viel, wenn sie über sich selbst und ihre Erkrankung spricht. Jetzt, im Nachhinein, kann sie darüber schmunzeln, als die Leute angesichts ihrer rosigen Kortisonwangen sagten „Du siehst ja aus wie das blühende Leben.“

Diagnose Brustkrebs zum Weltbrustkrebstag

Ausgerechnet am 1. Oktober 2018, am Weltbrustkrebstag, erhält sie die Diagnose hormonabhängiger Brustkrebs. Eine Chemotherapie ist zunächst nicht angedacht, „nur“ OP und Bestrahlung. Da sie aber mit 33 Jahren noch sehr jung ist, entscheiden die Ärzte sich doch noch für eine Chemotherapie. Was das bedeutet, erklärt man Jenny erst etwa eine Woche vor dem Start der Chemotherapie in der Ambulanz.

Die meisten Informationen hat Jenny sich daher selbst aktiv im Internet zusammengesucht – in Foren, Blogs und über andere Betroffene in den sozialen Medien. Zu einigen hat sie inzwischen auch einen persönlichen Kontakt aufgebaut. „Die ganzen Patientenberichte haben mir in der Tat geholfen.“ Hier hat sie viele Tipps und Ideen erhalten, die sie direkt umsetzen konnte. So hat sie sich während der Chemotherapie Eishandschuhe und -füßlinge geben lassen. Kälte kann helfen, einer Polyneuropathie als möglicher Folge der Medikamente vorzubeugen.

Thema Haare: Selbstbestimmt bleiben und nicht warten, bis die Chemo entscheidet

Ihre Haare hat Jenny mit einer „Hair-away-Party“ zusammen mit Freunden verabschiedet. „Wir waren zu fünft und es hat irgendwie auch Spaß gemacht.“ Eine Perücke lag bereit. „Ich habe selber entschieden, wann meine Haare weg sind und nicht gewartet, bis die Chemo oder der Krebs entscheidet.“

Jenny war schon immer eine aktive und starke Persönlichkeit. In den letzten zehn Jahren hat sie viel in ihrem Leben angestoßen und verändert: Umschulung und Studium zeitgleich neben einem Vollzeitjob. Die Diagnose Brustkrebs erreicht sie, als sie gerade einen neuen Job angefangen hat.  Sie hat sich aber nicht aufhalten lassen: „Du machst mich jetzt nicht fertig, Krebs!", reagiert sie kämpferisch. Die Chemotherapie verträgt Jenny verhältnismäßig gut. Nachdem sie die ersten Behandlungen überstanden hatte, konnte sie wieder viel unternehmen. „Ich habe ganz normal gelebt“, erinnert sie sich. In dieser Zeit ist sie viel mit Freunden unterwegs, geht mit ihrem Hund spazieren und natürlich „lecker essen“. Selbstverständlich gab es auch schwierige Momente. Aber das waren zum Glück nur wenige.

  • Jenny
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„Ich bin dadurch stärker geworden“

Jenny hat inzwischen alle Etappen ihrer Behandlung absolviert, erhält für die nächsten Jahre eine Antihormon-Therapie und arbeitet heute wieder Vollzeit. Ihr Chef unterstützt sie dabei.  Erst jetzt ist ihr so richtig klar geworden, dass sie um ihr Leben gekämpft hat: „Ich bin halt daran gewachsen, Ich bin dadurch stärker geworden“, sagt Jenny stolz.

Jenny ist es wichtig, aktiv etwas für sich tun zu können, um sich wohlzufühlen. Das fängt mit dem Äußeren an. „Nicht jeder muss gleich sehen, wenn ich mich nicht wohlfühle. Ich bin auch nie ohne gemalte Augenbrauen rausgegangen.“

Um sich gut zu fühlen, geht sie aber auch gern zum Sport. Beim Bodyattack, einem intensiven athletischen Workout, kann sie sich so richtig auspowern und ihre Grenzen ausloten. „Hab´ ich 60 Minuten durchgehalten, geh ich unter die Dusche, dann fühl ich mich gut, wie neu geboren."

Profi-Tipps von der Stylistin

Womit Jenny miese Tage immer vertreiben kann, ist etwas Make-up. „Ein bisschen Glitzer ins Gesicht und schwups, sieht man wieder aus wie das blühende Leben. Was ein bisschen Farbe im Gesicht doch ausmacht.“ Jenny hat die Gelegenheit wahrgenommen und sich professionell schminken lassen. Die Make-up-Artistin und Hair-Stylistin Serena Goldenbaum hat mit ihr zunächst alle Wünsche besprochen und dann Schritt für Schritt gezeigt, wie Jenny ihre Ausstrahlung mit Make-up unterstreichen kann.

Serena hat Jenny ausführlich beraten, wie sie ausgefallene Augenbrauen und Wimpern perfekt kaschieren kann, bis sie wieder nachgewachsen sind. Ihr verdankt Jenny entscheidende Schmink-Tipps, die speziell ihren Typ berücksichtigen. Sie weiß jetzt, wie sie die Stärken ihres Gesichts betont und zum Beispiel müde Augen kaschieren kann. Ihr Lieblingsprodukt sind „Glow-drops“, die unter dem Make-up aufgetragen werden. Die Haut strahlt dann frisch von innen. Aber das ist nur ein kleiner Teil von Jennys Geheimnis einer tollen Ausstrahlung.

Schritt für Schritt wohlfühlen mit Jenny & Serena

Mehr zum Thema "Wohlfühlen mit Brustkrebs", finden Sie in der Rubrik Beauty Tipps.